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Welche Rolle spielt das Internet in unserem Alltag?

Heutzutage wachsen Kinder und Jugendliche in einer von Medien durchdrungenen Welt auf. Oft werden sie mit dem Begriff der „Digital Natives“ umschrieben, was bedeutet, dass diese Generation komplett mit dem Internet aufwächst. Eine Zeit ohne Internet kennen sie nicht, eine Trennung ihrer Lebenswelt in eine Offline- und eine Onlinewelt ist deshalb heutzutage so gut wie nicht mehr möglich. Es besteht eine „Digitalisierung des Alltags“ (BJK 2016, S. 4) bzw. eine „Mediatisierung des Alltags“ (vgl. 14. Kinder und Jugendbericht). Dabei steigen Kinder immer früher ins Internet ein, spielen teilweise schon im frühen Kleinkindalter mit den Tablets oder Smartphones der Eltern und bedienen diese oft intuitiv. Die technische Mediennutzung stellt für sie meist kein Problem dar.

Auch für Schule und Ausbildung sind diese Kenntnisse und der Umgang mit dem Medium von hoher Bedeutung. Außerdem macht es Spaß und ist unterhaltend.

Über das Internet können wir uns mit anderen, die ebenfalls "im Netz" sind, in Verbindung setzen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. So kann man sich nicht nur per E-Mail und Messenger-Diensten Nachrichten schicken, sondern auch Informationen suchen und herunterladen, Angebote vergleichen, Meinungen einholen, aber auch mit anderen Teilnehmern chatten.

Ab wann soll ich mein Kind ins Internet lassen?

Diese Entscheidung hängt von den Fähigkeiten und der Entwicklung Ihres Kindes ab.

Im Allgemeinen beginnen Kinder ab ca. fünf Jahren, sich für das Internet zu interessieren und die Möglichkeiten zu begreifen. In Begleitung können sie dann bereits erste Versuche starten. Je besser Sie sich als Eltern im Internet auskennen, desto früher können Sie Ihr Kind dorthin mitnehmen und es zu einem sinnvollen Umgang anleiten.

Alleingänge im Internet sind erst dann empfehlenswert, wenn Ihr Kind nicht nur die technische Anwendung beherrscht, sondern sich auch an Surf-Regeln halten kann. In dem Zusammenhang sollten Sie sich über Schutzvorrichtungen, beispielsweise in Form von "Filtern", informieren und auf Ihrem Rechner oder Smartphone aktivieren.

Kann Ihr Kind bereits lesen und schreiben, ist eine eigene E-Mail-Adresse sinnvoll. Ihr Kind sollte an Personen schreiben, die ihm vertraut sind. Dies können Verwandte, Klassenkammeraden oder Freunde sein.

Das Internet ermöglicht Ihrem Kind auch das Herunterladen von Vorlagen, z. B. für die Erstellung einer eigenen Visitenkarte oder einer Homepage. Begleiten Sie Ihr Kind dabei interessiert!

Das Chatten ist erst ab ca. 14 Jahren sinnvoll. Ihr Kind sollte mit problembeladenen Kommunikationssituationen (z. B. Beschimpfungen, Anmache) umgehen können. Es muss auch vertraut sein mit geeigneten Chat-Regeln und diese gewissenhaft einhalten können.

Was muss ich über Gefahren im Internet wissen?

Kinder und Jugendliche nutzen die vielfältigen Möglichkeiten des weltweiten Netzes genauso wie Erwachsene. Kinder sind experimentierfreudig. Sie saugen Informationen auf und werden von ihnen beeinflusst.

Besonders gefährdende Inhalte wie beispielsweise zu ausschließlich selbstbezogener Sexualität, (harter) Pornografie, Gewaltexzessen (wie menschenverachtende Gewaltdarstellungen) oder ideologischer Verblendung (wie Radikalismus, Rassismus, Volksverhetzung, satanistisches Gedankengut) können das Weltbild Ihres Kindes schädigend prägen.

Die unbegrenzten Möglichkeiten des Herunterladens von kopiergeschützten Daten könnten Ihr Kind zu strafrechtlichen Handlungen verleiten.

Auch das Thema Datenklau ist aktuell. Sowohl hinsichtlich des Eindringens eines "Hackers" in Ihr System als auch die Verlockung, dies bei jemand anderem zu versuchen.

Durch staatliche Kontrolle konnten bei bisher genutzten Medien die problematischen Inhalte noch weitgehend von Kindern und Jugendlichen ferngehalten werden. Dieser Schutz ist beim derzeitigen "www." als internationales und unkontrollierbares Medium nicht gewährleistet. Staatliche Kontrolle, Strafandrohung und Strafverfolgung enden an den deutschen bzw. spätestens an den europäischen Außengrenzen.

Wie schütze ich mein Kind?

Kinderseelen sind verletzlich! Was also können Sie als Eltern und Erziehungsberechtigte tun, um ihr Kind vor ungeeigneten oder schädigenden Internet-Inhalten zu schützen?

Grundsätzlich gilt: Üben Sie mit Ihrem Kind einen verantwortlichen Umgang. Machen Sie Ihrem Kind klar, wie wichtig das Einhalten der Regeln zum Datenschutz ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn es mit Fremden per Internet Kontakt aufnimmt. Sowohl beim Schreiben einer E-Mail als auch beim Chatten sollte sich die Identifikation auf die E-Mail-Adresse oder auf ein Pseudonym beschränken. Keinesfalls sollten persönliche Daten oder Informationen eingegeben werden. Mit-Chatter sollte Ihr Kind nur nach Rücksprache mit Ihnen persönlich treffen, da Kinder nicht erkennen können, ob diese Personen gut gemeinte Absichten haben.

Wie begleite ich mein Kind?

Fragen Sie Ihr Kind nach seinen neuen Erfahrungen im Internet. Werfen Sie gelegentlich einen Blick auf den Bildschirm oder auf das Smartphone. So bekommen Sie einen Eindruck davon, womit sich Ihr Kind gerade beschäftigt.

Seien Sie auch "Lehrling". Ihr Kind wird Ihnen stolz zeigen, was es am PC oder Smartphone schon alles kann. Durch seine bereits erworbene digitale Erfahrung kann es Ihnen vielleicht sogar manches Mal bei Schwierigkeiten behilflich sein. Lassen Sie sich z. B. die bevorzugten Suchmaschinen oder Links erklären.

Für Kinder im Grundschulalter gibt es geeignete Kinderseiten im Internet, auf die Sie Ihr Kind hinweisen können: zum Beispiel www.blinde-kuh.de.

Auch sehr zu empfehlen ist die Kindersuchmaschine fragfinn.de

Treffen Sie mit Ihrem Kind eine eindeutige und einhaltbare Vereinbarung über online-Zeiten. Mehr als eine Stunde pro Tag sollte dies bei jüngeren Kindern keinesfalls sein.

Welche Regeln für den Kinderschutz im Internet gibt es?

Wie Eltern und Kinder gemeinsam Regeln für die Nutzung des Internets festlegen wird auf der Webseite netz-regeln.de dargestellt.

Chatten, Surfen, Spielen – die Faszination Internet kennt keine Zeitgrenzen. Tipps, wie Sie eine exzessive Mediennutzung vermeiden, gibt schau-hin.

Computer und mobile Geräte sichern: wie das geht und welche Einstellungen Sie vornehmen müssen, finden Sie auf schau-hin gut erklärt.

Welche Seiten sind für mein Kind geeignet?

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl von Webseiten, die für Kinder unbedenklich sind.

Blinde Kuh ist die Suchmaschine für Kinder seit 1997.

Ob Quiz, Podcast, TVS Sendungen, Radiobeiträge: auf der Webseite von BR Kinder findet man jede Menge Tipps.

Im SWR-Kindernetz sind viele Kindersendungen sowie Wissenswertes aus vielen verschiedenen Themenbereichen, ein Tierlexikon, DIY- und Basteltipps sowie Hintergrundinformationen zu aktuellen Themen aufbereitet

Auf welchen Seiten kann ich mich selbst informieren?

Das Deutsche Kinderhilfswerk gibt viele Tipps rund um die Medienkompetenz und Mediennutzung in der Familie.

ELTERNTALK bringt Eltern ins Gespräch, auch zum Thema Internet treffen sich Eltern und tauschen sich aus.

Auf der Webseite von jugendschutz.net finden Eltern umfangreiche Tipps, wie man Risiken des Internets reduzieren kann.