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Worauf ist bei der Auswahl der Kinderkrippe bzw. Kindertagespflege zu achten?
Kriterien für die Auswahl der Kinderkrippe bzw. Kindertagespflege
- Es besteht ein Angebot für Schnuppertage für neue Kinder und deren Eltern, um sich vorab kennenzulernen.
- Die Fachkraft bzw. die Kindertagespflegeperson kann auf die individuellen Bedürfnisse der verschiedenen Kinder angemessen eingehen.
- Es herrscht eine positive Atmosphäre in der Einrichtung oder in der Kindertagespflegestelle (auch Sie als Eltern fühlen sich dort wohl).
- Der Tagesablauf für die Kinder wird flexibel gestaltet (z. B. wird angemessen darauf reagiert, wenn ein Kind früher müde oder hungrig wird).
- Die Kinderkrippe oder Kindertagespflege verfügt über eine hohe Betreuungsqualität, d. h. es besteht eine enge emotionale Beziehung zwischen den Kindern und den Bezugserzieherinnen und -erziehern.
- Die pädagogische Fachkraft bzw. Kindertagespflegeperson verfügt über die notwendigen Kompetenzen, eine qualifizierte Bildungsbegleiterin bzw. ein qualifizierter Bildungsbegleiter des Kindes zu sein (z. B. geht sie auf die Fragen der Kinder ein und spricht viel mit ihnen, greift ihre Interessen auf, unterstützt sie beim Erkunden, stärkt entwicklungsangemessen ihre Kompetenzen, geht feinfühlig auf ihre Bedürfnisse ein, stellt eine positive Gruppenatmosphäre her, tauscht sich partnerschaftlich mit den Eltern aus).
- Es gibt ausreichend Platz für Bewegung, Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder, anregungsreiche Materialien auf Augenhöhe der Kinder und damit eine gute Lernumgebung.
- Die Eingewöhnung wird einfühlsam und individuell geplant und vorgenommen.
Wie läuft eine Eingewöhnung ab?
Jede Betreuung durch nicht vertraute Personen bedarf der Eingewöhnung. Fremde Umgebungen und Personen sowie die Trennung von der primären Bindungsperson (= Mutter oder Vater) können beim Kleinkind Stress erzeugen. Das Kleinkind muss sich an die neue Umgebung der Kinderkrippe bzw. Kindertagespflegestelle gewöhnen und Vertrauen in seine neue pädagogische Bezugsperson aufbauen. Dieser Prozess der Eingewöhnung erfordert Zeit, Geduld und einen regelmäßigen Austausch zwischen Eltern und pädagogischer Bezugsperson, um den jeweiligen Bedürfnissen des Kindes möglichst gerecht werden zu können. Denn: Jedes Kind ist anders.
Die Eingewöhnung in eine außerfamiliäre Betreuung (Kinderkrippe und Kindertagespflege!) geschieht über einen Zeitraum von mehreren Wochen elternbegleitet, bezugspersonenorientiert und abschiedsbewusst. Sie wird gemeinsam mit den Eltern geplant und durchgeführt.
Elternbegleitete Eingewöhnung
In Anwesenheit seiner primären Bindungsperson lernt das Kind die fremde Umgebung der Kinderkrippe ganz allmählich durch regelmäßige kurze Besuche kennen. Die familiäre Bezugsperson dient dem Kind dabei als sichere Basis, von der aus es die neue Umgebung erkundet und zu der es bei Stress zurückkehrt, um sich wieder zu beruhigen.
Bezugspersonenorientierte Eingewöhnung
In der Kinderkrippe bekommen das Kind und seine Familie eine Bezugspädagogin oder einen Bezugspädagogen (und eine verlässliche Vertretung) zugewiesen. Diese oder dieser plant mit der Familie die Eingewöhnung, nimmt sich während der Eingewöhnung Zeit für das Kind und seine Eltern und beginnt, eine Beziehung zu diesem Kind aufzubauen.
Abschiedsbewusste Eingewöhnung
Nach den Bedürfnissen des Kindes werden in der zweiten Phase der Eingewöhnung kurze Abschiede der Mutter oder des Vaters ausprobiert. Der Elternteil verabschiedet sich von dem Kind, entfernt sich für kurze Zeit und kommt wieder. So lernt das Kind, dass zum Abschied die zuverlässige Wiederkehr des Elternteils dazugehört.
Weiterführende Informationen
Weiterführende Informationen finden Sie in den vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales herausgegebenen Broschüren "Stark durch Bindung. Tipps zur elterlichen Feinfühligkeit in den ersten Lebensjahren" und "Bildung und Betreuung in der Kindertagespflege – Informationen für Eltern mit Fluchterfahrung".
