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Die Phasen der Pubertät

Beitrag aus:
Elternbrief 24
11-12 Jahre

Die Pubertät des eigenen Kindes kann früher beginnen, als Eltern sich das vorstellen können. Mädchen sind zudem mit den ersten Anzeichen im Schnitt um einiges früher dran als Jungen. Dazu gehören körperliche Veränderungen, Stimmungsschwankungen oder ein größeres Interesse an Gleichaltrigen.

Die Entwicklungsphasen in der Pubertät

Die Entwicklung vom Kind zum jungen Erwachsenen geschieht nicht von heute auf morgen, sondern passiert Schritt für Schritt. Sie dauert mehrere Jahre und verläuft bei jedem Kind unterschiedlich.

Die Zeit der Pubertät kann in 3 grobe Phasen eingeteilt werden: die Vorpubertät (kann gegen Ende der Grundschulzeit beginnen oder auch später), die Pubertät (ungefähr 12 bis 16 Jahre) und die Spätpubertät oder Adoleszenz (ab etwa 16 Jahren).

Ab der Vorpubertät beginnt sich der Körper zu verändern. Manche Kinder wachsen sprunghaft und die Körperformen werden ausgeprägter. Egal, ob die Entwicklung früher oder später einsetzt: Sobald es so weit ist, beginnt der Körper, verstärkt Sexualhormone zu produzieren. Diese Hormone lösen verschiedene körperliche und psychische Veränderungen aus.

Durch die Hormonumstellung schwitzen Kinder oft mehr und die Haut kann fettiger werden. Das führt dazu, dass sie häufiger Körpergeruch entwickeln und schneller Pickel bekommen können.

Ein weiteres Zeichen sind die wachsenden Haare: Diese sprießen nun unter den Achseln und im Intimbereich. Bei den Jungen beginnt der Bartwuchs.

Nun wird es wichtiger, dass Kinder regelmäßig duschen und dabei besonders auf die Reinigung von Achseln, Füßen und Intimbereich achten. Auch das tägliche Wechseln von Unterwäsche und Socken hilft, sich wohler zu fühlen und Gerüche zu vermeiden.

Der Beginn großer Veränderungen

Die Zeit zwischen 11 und 12 Jahren ist für viele Kinder der Beginn großer Veränderungen. Körper, Hormone und Gefühle geraten in Bewegung, und vieles fühlt sich plötzlich anders an als zuvor. Jeder Mensch erlebt diese Entwicklung auf seine eigene Weise und in seinem eigenen Tempo.

Mit den körperlichen Veränderungen entstehen oft Unsicherheiten. Viele Kinder fragen sich jetzt: Bin ich eigentlich normal? Warum passiert das gerade mir? Wie wirke ich auf andere? Sie vergleichen sich mit anderen und fühlen sich manchmal zu groß, zu klein, zu dick oder zu dünn.

Das Selbstbewusstsein kann in dieser Zeit schwanken. Dann ist es wichtig, dass sie offen über ihre Gedanken und Gefühle sprechen können, ohne dass jemand sie bewertet oder unter Druck setzt. Jetzt können die ersten Schwärmereien für Gleichaltrige oder auch Ältere entstehen.

Das romantische Interesse an Stars oder Influencerinnen und Influencern kann größer werden.

Fragen, Unsicherheiten und neue Interessen

Starke Gefühle und Stimmungswechsel gehören in dieser Lebensphase dazu: Mal ist Ihr Kind fröhlich, dann traurig, wütend, unsicher oder gereizt. Und das kann sich mehrmals am Tag ändern.

Das Interesse am eigenen Körper, an anderen Menschen und an der Sexualität wächst. Das kann stark verwirrend sein, ist aber ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens.

Kinder suchen in dieser Zeit nach ihrer eigenen Identität und Orientierung und entwickeln neue Interessen. Sie wünschen sich mehr Unabhängigkeit und probieren aus, was zu ihnen passt. Manchmal ziehen sie sich zurück und wollen Geheimnisse haben oder testen verstärkt Grenzen.

Manche Kinder stellen sich in dieser Phase zusätzliche Fragen zu ihrer Identität oder zu ihrem Platz in der Gruppe. Gerade dann ist es wichtig, viel Unterstützung anzubieten und Verständnis zu haben.

Mädchen schminkt sich

Wie können Sie als Eltern unterstützen?

  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es mit Ihnen über alles sprechen kann. Egal, ob es um Körper, Gefühle oder um erste Schwärmereien geht.
  • Lassen Sie Ihr Kind selbst entscheiden, wann und wie es über bestimmte Themen sprechen möchte.
  • Geben Sie altersgerechte Antworten auf Fragen zu Pubertät, Entwicklung und Körper. Sie müssen nicht alles sofort beantworten können. Gemeinsam nach Lösungen zu suchen, ist auch in Ordnung.
  • Auch wenn manche Sorgen für Sie vielleicht klein erscheinen – für Ihr Kind können sie sehr bedeutsam sein. Hören Sie zu und nehmen Sie Ängste und Unsicherheiten ernst.
  • Sprechen Sie offen und entspannt über Hygienethemen. Bieten Sie Unterstützung an, aber üben Sie keinen Druck aus.
  • Privatsphäre beim Umziehen, Duschen oder im Bad ist vielen Kindern nun sehr wichtig.
  • Erklären Sie, dass jeder Mensch und jeder Körper einzigartig ist und sich unterschiedlich entwickelt.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie es lieben und unterstützen Sie es, so, wie es ist.
  • Suchen Sie Hilfe, wenn nötig. Wenn Ihr Kind sich sehr unwohl fühlt, sich zurückzieht oder viele Fragen hat, können Beratungsstellen, Ärztinnen und Ärzte oder andere Vertrauenspersonen weiterhelfen.