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Babypflege

Beitrag aus:
Elternbrief 1
0-2 Monate

Sobald Sie mit Ihrem Baby nach Hause kommen, müssen Sie es selbst versorgen. So zerbrechlich es Ihnen auch erscheint, es muss gewickelt und gepflegt werden. Wenn Sie unsicher sind, kann Ihnen auch eine Nachsorgehebamme die ersten Handgriffe zeigen.

Es gibt spezielle Wickelbodys, die sich um das Kind herum wickeln lassen und mit Knöpfen geschlossen oder gebunden werden. So können Sie das Anziehen über den Kopf zu Beginn vermeiden. 

Achten Sie beim Kauf der Babybekleidung generell darauf, dass der Stoff angenehm auf der Haut ist. Zudem sollte die Kleidung leicht an- und ausgezogen werden können. Die Bündchen sollten nicht an Armen oder Beinen einschneiden und es sollten sich keine langen Bänder daran befinden (Strangulationsgefahr!).

Wickeln

Alle 3 bis 4 Stunden muss beim Baby die Windel gewechselt werden, zusätzlich nach jedem Stuhlgang. Am besten reinigen Sie den Po mit einem Waschlappen und lauwarmem Wasser und trocknen ihn anschließend gründlich ab. Sie können natürlich auch Feuchttücher verwenden, achten Sie hier auf möglichst wenig Zusatzstoffe.

Pflegeprodukte wie Lotionen oder Puder sind in der Regel nicht nötig. Wenn der Po wund ist, hilft oft frische Luft. Das heißt, das Baby für eine gewisse Zeit ohne Windel zu lassen. Zusätzlich eignet sich eine Wundsalbe mit Zinkoxid. Aber auch hier gilt: Jede Babyhaut reagiert anders.

Wenn Sie Fragen haben oder unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, der Kinderärztin oder dem Kinderarzt über die richtige Pflege für Ihr Baby.

Achten Sie darauf, dass Ihr Baby beim Wickeln nicht friert. Es gibt Wärmelampen, die sich am bzw. über dem Wickeltisch schnell montieren lassen.

Lassen Sie Ihr Baby auf dem Wickeltisch aber niemals unbeaufsichtigt! Ein Sturz aus dieser Höhe ist lebensgefährlich.

Lassen Sie beim Wickeln immer eine Hand am Baby.

Wickeltasche

Wenn Sie unterwegs sind, ist es ratsam, immer eine Grundausstattung zum Wickeln dabeizuhaben. Die Wickeltasche sollte Windeln, Feuchttücher oder eine umweltfreundliche Alternative, eine Wundsalbe, eine Wickelunterlage, ggf. eine Tüte für die benutzte Windel und Wechselkleidung enthalten. Auch ein frisches Oberteil für Sie kann hilfreich sein, falls Ihr Baby nach dem Füttern etwas spuckt.

Foto: Bastkörbchen mit Babyzubehör zum Baden

Baden

Ist der Rest der Nabelschnur abgefallen, können Sie Ihr Baby das erste Mal baden. Vorher besteht noch eine Infektionsgefahr. Es genügt, ein Baby ein- bis zweimal pro Woche zu baden. Die ideale Wassertemperatur dafür ist 37 Grad. Auch der Raum sollte warm sein. 

Lassen Sie kein heißes Wasser nachlaufen, während Ihr Baby in der Wanne ist. Es besteht die Gefahr des Verbrühens. Badeschaum, Seife oder Shampoo sind nicht nötig. Bei trockener Haut können Sie einen Schuss Babyöl ins Wasser geben.

Ein- bis zweimal Baden pro Woche reicht.

Sie können Ihr Kind in einer Babybadewanne oder auch in der großen Wanne baden. Für die Badewanne gibt es spezielle Einsätze, die das Halten Ihres Kindes erleichtern.

Im Handel gibt es auch Babybadewannen, die die Form eines Eimers haben. Ihr Kind sitzt darin in der Hocke und hat mehr Halt als in einer herkömmlichen Wanne. Den Kopf müssen Sie dennoch abstützen.

Achten Sie bei allen Babybadewannen auf eine TÜV-Zertifizierung.

Halten Sie Ihr Baby mit sicherem Griff

Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind mit sicherem Griff halten und zugleich sein Köpfchen abstützen. Legen Sie Ihrem Baby Ihren Arm um die Schulter und halten Sie mit der Hand seinen Oberarm fest. Ihr Baby kann seinen Kopf auf Ihrem Unterarm ablegen und Sie haben es gut im Griff. Ihre andere Hand ist dann noch frei, um Ihr Baby zu waschen oder auch mal kurz abzustützen.

Manche Babys mögen es auch, wenn Sie ihm einen warmen Waschlappen auf den Bauch legen. Diesen können Sie immer wieder mit dem warmen Wasser aus der Wanne übergießen.

Waschen Sie nacheinander Gesicht, Kopf, Hals, Arme, Hände, Bauch, Rücken, Beine und Füße. Genitalien und Po sollten erst am Schluss gereinigt werden, da sonst die Keime am restlichen Körper verteilt werden.

Beim Mädchen wird die Vulva in Richtung Po gewaschen, damit keine Keime in die Vagina bzw. Scheide gelangen. Die Vulva ist der äußere, sichtbare Teil des weiblichen Geschlechtsorgans. Umgangssprachlich werden Vulva und Scheide oft gleichbedeutend verwendet, auch wenn dies nicht ganz korrekt ist.

Beim Jungen sind Penis und Hoden äußerlich sichtbar. Beim Waschen von Hoden und Penis soll die Vorhaut des Penis nicht zurückgeschoben werden, sie sitzt noch fest.

Das Babybad dient nicht nur der Reinigung: Ihr Kind wird das warme Wasser wahrscheinlich sehr genießen. Und Sie als Eltern können mit Ihrem Baby in liebevollen Kontakt treten, ihm Zärtlichkeit und Wärme geben, mit ihm Spaß haben. Das Bad ist auch ein guter Anlass, Ihr Kind immer mal wieder genauer anzuschauen: ob es sich gut entwickelt oder ob seine Haut vielleicht Rötungen oder Entzündungen aufweist.

Sanfte Berührungen sind wichtig, um die sensible Babyhaut nicht zu reizen.

Trocknen Sie Ihr Baby nach dem Baden behutsam ab

Legen Sie zum Abtrocknen ein vorgewärmtes Badetuch oder Handtuch bereit. Tupfen Sie Ihr Kind vorsichtig trocken. Achten Sie besonders auf die Hautfalten. Je sicherer Sie Ihr Kind in den Händen halten, desto wohler fühlt sich Ihr Kind und umso mehr wird es die Wärme genießen.

Foto: Fröhliches lachendes Baby mit Badetuch im Entendesign, das auf dem Bett der Eltern nach dem Bad oder der Dusche liegt.

Waschen

An den Tagen, an denen Sie Ihr Baby nicht baden, waschen Sie es mit einem weichen Lappen und lauwarmem Wasser und trocknen Sie es sorgfältig ab. Auch beim Waschen des Babys sollten die Hautfalten kontrolliert und gereinigt werden. Achten Sie besonders auf die Stellen am Hals, in den Achseln und hinter den Ohren, damit kein Wundsein entsteht.

Die Ohrmuscheln können Sie ebenfalls vorsichtig mit einem feuchten Lappen reinigen. Keinesfalls jedoch sollten Wattestäbchen verwendet werden!

Entdecken Sie auf der Kopfhaut Milchschorf, sollte dieser eingeölt und nicht abgekratzt werden.

Finger- und Fußnägel

Die Fingernägel des Babys dürfen frühestens 4 Wochen nach der Geburt zum ersten Mal geschnitten werden. Hierfür gibt es spezielle Babynagelscheren. Diese haben vorne abgerundete Spitzen. Viele Eltern schneiden ihrem Baby die Nägel, wenn es schläft. Dann ist die Verletzungsgefahr durch die Bewegungen des Kindes nicht so groß. Bei manchen Neugeborenen sind die Nägel bereits so lang, dass es sich damit kratzen kann. Ziehen Sie ihm zu seinem Schutz ein Paar Söckchen, auch zum Schlafen, über die Hände.

Fußnägel müssen nicht so häufig wie Fingernägel geschnitten werden. Achten Sie jedoch darauf, diese möglichst gerade abzuschneiden. Sonst besteht die Gefahr des Einwachsens.

Kopfgneis und Milchschorf

Viele Babys leiden in den ersten Lebenswochen unter dem soge­nannten Kopfgneis. Der klebrige, schuppige Belag verschwindet meistens relativ schnell. Bei man­chen Kindern dauert es etwas län­ger. Aber keine Sorge, Kopfgneis ist harmlos und spätestens zum ersten Geburtstag vorbei. 

Versu­chen Sie nicht, ihn durch Rubbeln oder Bürsten zu entfernen. Am besten, Sie betupfen die betrof­fenen Stellen mit Pflanzenöl und lassen es eine Weile einwirken. Anschließend waschen Sie Ihrem Baby den Kopf mit lauwarmem Wasser.

Milchschorf hingegen ist eine Art Hautausschlag, der zwar ebenfalls ungefährlich ist, aber beobachtet werden sollte. Im Gegensatz zum Kopfgneis kann der Milchschorf bis ins Vorschulalter bleiben.