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Datenschutz und Sicherheit im Netz

Beitrag aus:
Medienbrief 5
0-18 Jahre

Die Digitalisierung sorgt dafür, dass immer mehr persönliche Daten von uns online und auf unseren mobilen Endgeräten oder in der Cloud gespeichert sind. Das betrifft neben Bildern und Videos auch Mails und Nachrichten, Kontakte oder Scans von sehr persönlichen Dokumenten.

Damit Kinder und Jugendliche im Umgang mit Medien nicht die Kontrolle verlieren.

Daten schützen

Es ist sehr wichtig, alle Daten gut zu sichern, damit diese nicht in fremde Hände geraten können. Kinder und Jugendliche sind sich dieser Gefahren oft noch nicht bewusst. Deshalb müssen Sie als erwachsene Bezugsperson neben Ihren eigenen Geräten auch die Geräte des Nachwuchses sichern und regelmäßig Updates durchführen. Hilfreich hierfür kann die Plattform medien-kindersicher.de sein. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Fallen und informieren Sie sich, wenn neue Betrugsmaschen öffentlich gemacht werden.

Einige Tipps zur Datensicherung

  • Sichern Sie Smartphones oder Tablets immer mit einer Bildschirmsperre. Diese kann mit einem sicheren Passwort, per Fingerabdruck oder mittels Gesichtserkennung aufgehoben werden. So haben Fremde keinen Zugriff auf private Daten, sollten Sie oder Ihr Kind ein Gerät verlieren.
  • Spielen Sie jedes Sicherheits-Update und jede Software-Aktualisierung möglichst schnell auf.
  • Aktualisieren Sie alle Apps regelmäßig. Dies lässt sich bei den Smartphones auch automatisieren.
  • Achten Sie auf sichere und unterschiedliche Passwörter. Hilfreich kann in diesem Fall auch ein Passwortmanager sein, der sehr sichere Passwörter per Zufallsgenerator erstellt und an einem geschützten Ort abspeichert.
  • Geben Sie grundsätzlich nur Daten frei, die eine App wirklich zwingend notwendig braucht, z. B. den Standort für die Wetter-App oder den Zugriff auf die Kamera und die Fotos für eine Social-Media-App.
  • Richten Sie alle Social-Media-Accounts so privat wie möglich ein. Gerade wenn Sie private Bilder teilen möchten, sollten Sie diese mit einem „privaten“ Profil teilen und nicht mit einem „öffentlichen“. -
  • Nutzen Sie zum Einloggen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dabei wird zusätzlich zum Passwort eine zweite Sicherheitshürde eingebaut. Dies kann ein per SMS geschickter Code oder ein Anruf an Ihre Nummer sein.
  • Achten Sie bei der Auswahl des Messenger-Dienstes auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachrichten. Das bedeutet, dass Nachrichten beim Sender verschlüsselt und erst beim vorgesehenen Empfänger wieder entschlüsselt werden. So kann niemand Fremdes die Nachrichten abfangen und lesen.
  • Klicken Sie auf gar keinen Fall dubiose Links an, die Ihnen per Mail oder als Nachricht geschickt werden. Eine Masche ist das Versenden von SMS durch angebliche Paketdienste mit der Aufforderung, einen Link anzuklicken und ein Paket abzuholen. Texte wie „Ihr Paket ist angekommen. Holen Sie es hier ab.“ Das nennt man „Smishing“. Wird der Link angeklickt, kann sich Schadsoftware installieren oder eine Abofalle zuschnappen.
  • Eine andere Methode sind Anrufe von angeblichen Dienstleistern von Computerfirmen oder Sicherheitsbehörden, die persönliche Daten abgleichen wollen. Legen Sie bei solchen Anrufen direkt wieder auf und warnen Sie z. B. auch die Großeltern vor dieser Art des Betrugs.
Illustration von einem Datendiebstahl der Daten, die auf eine Handy sind

Datendiebstahl, was nun?

Ihr Social-Media-Profil, Ihr Mail-Account oder die Online-Konten Ihres Kindes wurden gehackt? Wenden Sie sich sofort an den Hilfebereich, schildern Sie das Problem und bitten Sie um Zurücksetzen Ihres Accounts. Ändern Sie im Anschluss im Idealfall alle weiteren Passwörter. Mittlerweile gehören viele Plattformen zu ein und demselben Unternehmen, sodass Datendiebe möglicherweise gleich mehrere Konten übernehmen können. Sie sollten zudem alle Ihre Mail-Kontakte informieren, damit diese von Ihrem Mail-Account versendete Spam richtig einordnen. Kontrollieren Sie zudem Ihren Rechner auf Viren und aktualisieren Sie auf Ihrem Smartphone die Sicherheits-Updates.

Oftmals möchten diese Betrügerinnen und Betrüger auch, dass man sich ein Programm auf dem Computer installiert, mit dem sie dann aus der Ferne angebliche Fehler beheben können. Ist der Zugriff erlaubt, ist ein Identitätsdiebstahl recht einfach.

Online-Auftritte von Computerfachmagazinen bieten Links zu Seiten, auf denen überprüft werden kann, ob die eigenen Mail-Adressen von Datendiebstählen betroffen ist.

Personalisierte Werbung

Sie verstehen nicht, warum Ihnen in Ihrem Social-Media-Feed plötzlich ein Shop für Kinderschuhe als Werbung angezeigt wird? Die Erklärung liegt in Ihrem eigenen Suchverhalten im Netz. Sie haben doch gestern genau diese Schuhe gesucht und einen Preisvergleich gemacht.

Beim Surfen hinterlassen wir alle Spuren im Netz. Dies geschieht unter anderem durch sogenannte Cookies. Es kommen aber noch andere Techniken zum Einsatz, z. B. Metadaten von Bildern etc. Durch diese Spuren und mithilfe einer Browser- und Geräteidentifizierung wird das Surfverhalten aller Userinnen und User analysiert. Hierbei spielt es eine Rolle, welches Gerät Sie nutzen, welchen Browser Sie verwenden, wo Sie gerade sind und auch, wie spät es gerade ist. Spezielle algorithmische Empfehlungssysteme, eine Art künstliche Intelligenz, leiten daraus dann mögliche Interessen ab. So kann den Userinnen und Usern personalisierte Werbung angezeigt werden, die gezielt auf individuelle Wünsche und Interessen eingeht.

Sie möchten das nicht? Löschen Sie regelmäßig die gespeicherten Cookies in Ihrer Browsereinstellung im Bereich Datenschutz. Damit verschwindet Ihre Suchhistorie. Sie können generell auch beim Anklicken einer Webseite nur die technisch-notwendigen Cookies zulassen. Abhilfe können auch „Add-ons“ bieten – Erweiterungen für den Browser, die lästige Werbebanner blockieren oder ein „unsichtbares“ Surfen ermöglichen. Sie werden bei den Einstellungen direkt im Browser installiert und sind kostenfrei. In einigen Apps lässt sich die „personalisierte Werbung“ unterbinden.