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2 Elternteile – 2 verschiedene Meinungen

Beitrag aus:
Elternbrief 9
19-21 Monate

Streit kann immer mal wieder vorkommen. Egal ob bei Klei­nigkeiten oder bei Grundsatzfragen. So erlaubt vielleicht der eine Elternteil dem Kind, noch eine Folge der Lieb­lingsserie anzusehen und dazu ein Eis. Obwohl es die Nu­deln nicht gegessen hat und vorher auch schon eine Sen­dung anschauen durfte. Sie selbst hätten das nicht erlaubt. Und während Sie es vielleicht für eine gute Idee halten, Ihr Kind schon in eine Kindertageseinrichtung zu geben, sieht das Ihre Partnerin oder Ihr Partner ganz anders.

Es ist ganz normal, dass 2 Menschen nicht immer einer Meinung sind. Sie sind 2 Persönlichkeiten, kommen aus unterschiedlichen Familien und haben unterschiedliche Er­fahrungen gemacht. Erziehungsfragen werden erst wichtig, wenn Ihr Kind heranwächst. Es ist also völlig normal, dass auch Meinungsverschiedenheiten zunehmen können.

Wenn Sie getrennt voneinander leben

Getrennt lebende Eltern stehen hierbei möglicherweise vor einer besonderen Herausforderung. Das gilt auch, wenn ein Elternteil eine neue Partnerin oder einen neuen Partner hat und diese oder dieser mit dem Kind zusammenwohnt.

Doch unterschiedliche Ansichten sind auch wichtig. Sie bedeuten eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Standpunkt. Auf jeden Fall sollten Sie sich durch Meinungs­verschiedenheiten nicht irritieren lassen und immer wieder miteinander Kompromisse finden. Hierbei ist eine gute Kommunikation untereinander wichtig.

Kinder kommen mit gering­fügig unter­schiedlichen Erziehungsstilen gut klar.

Wie gehen Sie mit der Meinung des anderen um? Es ist wichtig, zu akzeptieren, dass es unterschiedliche Meinun­gen geben kann. Ebenso wichtig ist es, dass jede Mei­nung gleich viel zählt, dass Sie also in Sachen Erziehung gleichberechtigt sind. Allerdings sollten Sie mit der Zeit klare Absprachen treffen, was Sie Ihrem Kind erlauben und was nicht.

Foto: Paar sitzt nachdenklich und stumm mit verschränkten Armen auf dem Sofa.

Beratungsstellen helfen weiter

Manchmal ist das Finden von Kompromissen allerdings auch nicht mehr möglich. Wenn es zu größeren Meinungs­verschiedenheiten bzgl. der Erziehung kommt, finden Sie Rat und Unterstützung bei unterschiedlichen Beratungs­stellen. Es gibt z. B. Beratungsangebote von Ehe- und Familienberatungsstellen. Vielleicht hilft es Ihnen ja, zu­sammen mit einer erfahrenen Fachkraft einen gemeinsa­men Weg zu suchen?

Wenn Sie eine Zukunft für sich als Paar ausschließen, aber dennoch einen guten Weg für die ganze Familie finden möchten, hilft Ihnen die Trennungs-und Scheidungs­beratung weiter. Dort finden Sie auch Unterstützung bei der Frage, wie während und nach einer Trennung gut gemeinsam für das Kind gesorgt werden kann. Auch die Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi) können Ihnen vielleicht weiterhelfen und Sie zu einem passenden Hilfs­angebot lotsen.

Die KoKi

Die Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi) – Netzwerk frühe Kindheit bieten werdenden Eltern und Eltern mit Kindern bis 3 Jahren kostenfrei Beratung und Hilfe an. Zudem kann eine KoKi-Fachstelle über bestehende Angebote informieren und Familien an ein passendes Unterstützungsangebot weitervermitteln. Der BayernAtlas hilft Ihnen, die KoKi-Stelle in Ihrer Nähe zu finden.