Hauptinhalt

Die ersten Freundschaften

Beitrag aus:
Elternbrief 8
16-18 Monate

Bestimmt ist es Ihnen schon aufgefallen: Ihr Kind zeigt mehr und mehr Interesse an anderen Kindern. Wo immer andere Kinder sind, wird Ihr Kind wahrscheinlich neugierig werden, z. B. im Wartezimmer, bei Familienfeiern oder bei befreundeten Familien. Vielleicht hat Ihr Kind auch schon die ein oder andere Freundschaft geschlossen? Wenn Ihr Kind in einer Krippe ist, von einer Tagespflegeperson be­treut wird oder an einer Spielgruppe teilnimmt, geht das oft recht schnell.

Mutig oder schüchtern?

Kinder sind sehr unterschiedlich. Während das eine Kind mutig auf andere zugeht, versteckt sich das andere Kind vielleicht eher auf dem elterlichen Schoß. Auch wenn es sich noch nicht so richtig traut mitzuspielen, ist das Zu­schauen schon sehr spannend.

Gerne im Mittelpunkt

Wie auch bei Erwachsenen zeigen sich bei Kindern Unter­schiede. Die einen suchen möglichst viel Kontakt zu anderen Menschen und stehen gerne im Mittelpunkt. Ist Ihr Kind eher temperamentvoll, wird es leichter Kontakt zu anderen aufnehmen. Allerdings kann es sein, dass es dabei gelegentlich übers Ziel hinausschießt und andere Kinder etwas zu grob behandelt. Das hat aber nichts mit Aggressivität zu tun. Kleine Kinder lernen erst, mit ihren Kräften angemessen umzugehen. Als Eltern können Sie Ihr Kind etwas bremsen. Zeigen Sie ihm, wie man vorsichtig miteinander spielt.

Wie man miteinander umgeht, müssen kleine Kinder erst lernen.

Eher zurückhaltend

Vielleicht ist Ihr Kind aber eher zurückhaltend. Dann zeigt sich bereits jetzt, dass es ruhig und vorsichtig ist. Manche Kinder bleiben auch in einer neuen Situation erst mal lie­ber für sich oder spielen am liebsten immer mit derselben Person. Vielleicht braucht es noch die Sicherheit und Ge­borgenheit in Ihrer Nähe. Wenn Sie Ihr Kind unterstützen wollen, können Sie mit ihm gemeinsam auf andere Kinder zugehen. Wenn Sie z. B. auf dem Spielplatz mit Ihrem Kind etwas spielen, können Sie ein anderes Kind in dieses Spiel mit einbeziehen.

Zwei Babys spielen im Sandkasten

Kleine Streitigkeiten

In diesem Alter können Kinder noch nicht längere Zeit ohne Unterstützung miteinander spielen. Häufig spielen sie auch mehr nebeneinander als miteinander. Sehr oft gibt es zudem kleine Rangeleien, Wutausbrüche und Trä­nen. Die kleinen Streitereien können schnell dazu führen, dass mit Gegenständen geworfen, gebissen, gehauen oder gezwickt wird. Die Treffen von Eltern zusammen mit ihren Kindern sind deshalb selten schon so entspannt, wie die Eltern sich das erhofft hatten.

Wenn Ihr Kind einmal die Grenze überschritten hat und ein anderes Kind aus Wut heraus gehauen oder gebissen hat, sollten Sie reagieren. Kleine Kinder haben noch keine Mög­lichkeit der Impulskontrolle. Hauen oder Beißen ist in die­sem Fall ein Impuls, mit dem ein Kind seine Wut ausdrückt.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Gefühle, damit es diese für sich einordnen kann.

Nehmen Sie Ihr Kind aus der Situation heraus. Nehmen Sie es dazu auf den Arm oder begeben Sie sich zu Ihrem Kind auf Augenhöhe. Sie können auch eine Alternative anbieten, also ein anderes Spielzeug. Begleitende Worte wie "Wenn dein Freund fertig mit dem Spielzeug gespielt hat, dann bist du an der Reihe. Vielleicht magst du so­lange mit diesem Spielzeug spielen?" Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, die Situation zu begreifen.

Loben Sie Ihr Kind, wenn es Ihren Vorschlag annimmt und der Streit schnell vorbei ist. Positive Rückmeldungen sind wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes. Die Konflikte der Kinder sollten jedoch nicht von ihren Eltern ausgetragen werden. Denn meist vertragen sich Kinder recht schnell wie­der. Für zerstrittene Erwachsene ist das oft nicht so leicht.

Auch wenn es nicht immer entspannt zugeht, ist es trotz­dem schön, Spielfreundinnen und -freunde einzuladen. Der Umgang mit anderen Kindern eröffnet Ihrem Kind neue Erfahrungen. Am Verhalten anderer Kinder lernt es, wie es mit ihnen umgehen kann. Es lernt, sich auf die Interessen anderer einzustellen. Seine Selbstständigkeit wird gefördert. Andere Kinder bringen zudem neue An­regungen mit, von denen Ihr Kind lernen kann.