Hauptinhalt

Entdecken und experimentieren

Beitrag aus:
Elternbrief 1
16-18 Monate

Während sich das eine Kind mutig von Papa wegbewegt, versteckt sich ein anderes noch hinter Mamas Hosenbein, aber neugierig ist es auch. Beide wollen die Welt entde­cken, daran gibt es keinen Zweifel. Gleichzeitig sind sie aber immer wieder froh, zurück in Mamas oder Papas Arme kommen zu können. Sie gehen auf Entdeckungstour und stoßen an ihre Grenzen. So lernen Ihre Kinder jeden Tag ein wenig mehr über sich und ihre kleine Welt.

Neue Fähigkeiten im sicheren Rahmen erproben

Viele Kinder entwickeln im 2. Lebensjahr einen ungeheuren Forschungsdrang. Jetzt probieren und experimentieren sie. Vielleicht wird Ihr Kind versuchen, auf Stühle und Sofas zu klettern. Kann Ihr Kind schon stehen? Dann erreicht es nun Gegenstände, an die es bisher nicht herankam. Da Ihr Kind immer beweglicher und geschickter wird, findet es immer neue Herausforderungen.

Dabei stößt Ihr Kind des Öfteren an Grenzen. Manche Grenzen liegen in der Natur der Sache. Z. B. wenn es an einer Schublade zerrt, die nicht aufgehen will. Oder aber Sie setzen ihm Grenzen. Nehmen Sie ihm den Gegenstand aus der Hand, der nicht für Kinder geeignet ist.

Grenzen können für Ihr Kind sehr frustrierend sein.

In beiden Fällen müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Kind frustriert ist und deshalb heftig weint oder schreit. Ver­suchen Sie, in solchen Situationen gelassen zu bleiben. Nicht immer wird es Ihnen gelingen, Ihr Kind abzulenken. Aber Sie können mit ihm reden und es trösten. Erklären Sie Ihrem Kind in einfachen Sätzen, warum der Gegen­stand verboten ist.

Zudem sind solche Situationen gute Anreize, um Ihrem Kind seine eigenen Gefühle zu erklären. So kann es ler­nen, diese für sich einzuordnen. "Du bist gerade richtig sauer, weil ich dir die Schere weggenommen habe. Das sehe ich. Ich hab sie dir weggenommen, weil du dir damit wehtun kannst. Hier ist eine Kinderschere.“

Lernen durch Nachmachen

Ihr Kind ahmt jetzt Ihre Verhaltensweisen nach. Es versteht immer mehr, dass man mit bestimmten Gegenständen bestimmte Dinge tut. So lernt es, dass es mit dem Schalter im Wohnzimmer die Lampe ein- und ausschalten kann.

Ihr Kind muss nun nicht mehr alles abtasten oder in den Mund stecken: Es kann allein mit den Augen Gegenstän­de wahrnehmen und erkennen. Natürlich wird es immer noch oft mit seinen Händen die Dinge "erfassen", um die optische Wahrnehmung zu überprüfen.

In dieser Entwicklungsphase braucht Ihr Kind viel An­regung. Aus Spaziergängen können kleine Entdeckungs­reisen werden. So eröffnen Sie Ihrem Kind ganz einfach die Welt. Ob es sich nun um einen kleinen Vogel handelt oder einen Zug. Alles, was sich bewegt, ist für kleine Kinder besonders interessant.

Ihr Kind möchte außerdem vieles tun, was es bei Ihnen sieht. Und es will viel Zeit an Ihrer Seite verbringen. Kin­der machen gerne das nach, was sie bei den Eltern sehen. Sie können es in Ihre alltäglichen Tätigkeiten mit einbe­ziehen: Mit einem kleinen Schwamm in der Hand kann es gemeinsam mit Ihnen putzen oder mit einer Gießkanne gießen. 

Sie sitzen nachmittags noch mal am Computer? Mit einer ausrangierten Tastatur kann auch Ihr Kind "Ar­beiten" spielen. Oder es benutzt Bauklötze oder Ähnli­ches als Telefon? Kinder lernen die Funktionen der Dinge kennen, indem sie das Verhalten anderer nachahmen.

Foto: Kleiner Junge sitzt mit Mütze und Pilotenbrille in einem Pappkarton mit Spielsachen

Malen macht Spaß!

Ihr Kind fängt wahrscheinlich langsam an, Spaß am Ma­len zu haben. Ein paar dicke Wachsmalstifte oder dicke Buntstifte und etwas Papier reichen. So kann Ihr Kind seine "künstlerische Ader" entwickeln. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es nur auf dem Papier malen soll. Viel­leicht wird das am Anfang noch nicht so richtig klappen. Ihr Kind muss das erst lernen. Vielleicht wird es auch in einem unbeobachteten Moment austesten wollen, wie es sich auf den Wänden, dem Fenster oder den Möbeln malen lässt. Es gibt wasserlösliche Stifte, die sich von glatten Oberflächen wieder gut entfernen lassen. Gut sind auch abwaschbare, beschichtete Tischdecken.

Vielleicht hat Ihr Kind auch Freude daran, Fingerfarben auszuprobieren. Achten Sie darauf, dass Sie unbedenk­liche und schadstoffarme Farben verwenden. Natürlich können Sie die Farben auch selbst aus Lebensmittelfarbe herstellen. Aber nicht alle Kinder mögen es, Farbe an den Fingern zu haben. Andere gehen regelrecht darin auf, die kleinen Fingerchen in Farben zu tunken und de­ren Konsistenz zu erkunden.

Wenn Sie es für seine Werke loben, wird Ihr Kind sich freuen und angespornt werden. Vielleicht können Sie das eine oder andere Bild auch gemeinsam aufhängen?

Handabdrücke lassen sich gut verschenken.