Vielleicht hat Ihr Kind schon damit begonnen, einzelne Silben zu wiederholen wie etwa "dada", "mama" oder "papa". Anfangs geschieht das noch nicht gezielt. Ihr Kind probiert aus und bereitet sich damit auf das richtige Sprechen vor.
Ein Kind versteht nun nach und nach die Bedeutung einzelner Wörter und kann sie entsprechend verwenden. Es erfindet auch selbst Begriffe, um bestimmte Dinge oder Personen zu bezeichnen. Aber bald kommen die ersten "richtigen" Wörter. Ihr Kind kann einzelne Dinge benennen, wenn es sie sieht: ein Auto, ein Haus, eine Blume. Es hat außerdem oft schon Wörter für das, was es tut: trinken, essen, schlafen, spielen.
Selbstverständlich spricht es diese Wörter nicht alle gleich richtig aus. Die Blume kann eine "Ume" sein, das Auto ein "Oto". Doch Sie als Eltern werden schnell dahinterkommen, was Ihr Kind Ihnen sagen will. Das Ausprobieren, das Spielen mit den Lauten und Silben ist es, was Kinder beim Sprechenlernen hilft.
In der nächsten Phase wird Ihr Kind lernen, auch Dinge oder Personen zu benennen, die es gerade nicht sehen kann. Das ist eine große geistige Leistung. Es bedeutet, dass es die Person oder den Gegenstand mit dem richtigen Wort in seinem Gedächtnis gespeichert hat.
Ihr Kind spricht nun in "Ein-Wort-Sätzen" mit Ihnen. "Oto" (Auto) kann heißen "Das ist ein Auto." oder "Ich will Auto fahren!" oder "Wer hat mein Spielzeugauto?". Außerdem kommt es zu Verallgemeinerungen. Als Auto wird oftmals nicht nur ein Auto bezeichnet, sondern alles, was Räder hat und sich bewegt. Also auch ein Fahrrad, ein Rasenmäher oder ein Buggy. Ebenso kann "wawa" als Bezeichnung für „Hund“ die gesamte Tierwelt umfassen.
Nicht alle Kinder sind gleich schnell in der Entwicklung der Sprache. Bei manchen Kindern kann es länger dauern. Haben Sie Bedenken, weil Ihr Kind bisher noch wenig oder gar nicht spricht? Dann haben Sie bitte keine Angst, dem nachzugehen. Gehen Sie auf Ihre Kinderärztin bzw. den Kinderarzt zu und besprechen Sie das Thema in Ruhe. Sie oder er kann Ihnen am besten weiterhelfen.
Sie müssen Ihrem Kind das Sprechen nicht beibringen. Es lernt die Sprache durch Nachahmung. Das heißt aber auch, dass Ihr Vorbild sehr wichtig ist.
Sprechen Sie so oft es geht mit Ihrem Kind. Erzählen Sie ihm, was Sie beide gerade sehen oder tun. Benennen Sie beim Wickeln seine Körperteile oder die Kleidungsstücke.
Betrachten Sie mit Ihrem Kind Bilderbücher und sprechen Sie über das, was dort abgebildet ist. Fragen Sie Ihr Kind, was es erkennt. Wenn es auf etwas deutet, benennen Sie es.
Ermutigen Sie Ihr Kind zum Sprechen. Wiederholen Sie das, was es Ihnen "erzählt". Und bleiben Sie im Gespräch, indem Sie Anschlussfragen stellen.
Kritisieren Sie Ihr Kind bitte nicht, wenn es spricht. Sie können allerdings Wörter, die es noch nicht so gut aussprechen kann, korrekt wiederholen. So merkt Ihr Kind, dass Sie es verstanden haben. Gleichzeitig hört Ihr Kind, wie die Wörter richtig ausgesprochen klingen.
Wiederholen Sie falsch ausgesprochene Wörter Ihres Kindes richtig.
Den meisten Kindern macht es Spaß, Sprache auf spielerische Art zu gebrauchen. Werden die Wörter mit Berührungen verbunden, ist das für das Kind ein besonderes Spracherlebnis. Dieses prägt sich tief ein und festigt die emotionale Beziehung zu Ihnen.
Das ist der Daumen, (Daumen des Kindes ergreifen) der schüttelt die Pflaumen, (dann den Zeigefinger) der hebt sie auf, (Mittelfinger) der trägt sie nach Haus (Ringfinger) und der Kleine isst sie alle auf! (Kleinen Finger schütteln.)
Kommt ein Mann die Treppe rauf, (mit Zeige- und Mittelfinger den Arm des Kindes "hochkrabbeln") klopft an: (die Stirn des Kindes antupfen) "Guten Tag, Frau (Herr) Nasemann!" (die Nase des Kindes anstupsen)
Ich bin ein kleiner Igel (die Hand mit ausgestreckten Fingern hin- und herdrehen) und ziehe meine Stacheln ein: (nacheinander alle Finger einziehen) erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann fünf. (Jetzt haben Sie eine Faust.) Ich streck sie wieder aus (Finger wieder ausstrecken) und laufe schnell nach Haus! (Mit den Fingern über Arm oder Bauch des Kindes "krabbeln".)
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