Mehr und mehr nimmt Ihr Kind aktiv am Familienleben teil. Es beobachtet die Welt nicht mehr einfach von seiner Wiege oder Krabbeldecke aus. Es ist wahrscheinlich schon ziemlich aktiv. Es brabbelt, bewegt sich durch die Wohnung, isst und spielt.
Ihr Baby ist jetzt ein Kleinkind geworden. Es räumt Regale aus und verteilt Spielzeug in der Wohnung. Draußen möchte es wahrscheinlich nicht mehr im Wagen oder in der Trage ruhig sitzen bleiben. An der Hand zu laufen, zu krabbeln oder wenigstens auf dem Arm getragen zu werden, macht ihm mehr Spaß. Ihr Kind braucht nun noch mehr Aufmerksamkeit und Aufsicht als am Anfang.
Es hat seinen eigenen Willen entwickelt. Sie brauchen jetzt wahrscheinlich einiges an Kraft und Geduld, damit der Alltag mit Ihrem Kleinkind gut funktioniert. Sollte Ihr Kind noch keine Krippe oder Tagespflege besuchen, können regelmäßige Eltern-Kind-Gruppen eine gute Abwechslung für Ihr Kind und Sie selbst sein.
Ihr Kind hat sicherlich eine feste Bindung zu Ihnen aufgebaut. Es lacht Sie an, es lässt sich von Ihnen trösten, es kommt von sich aus auf Sie zu und sucht Ihre Nähe. Bei Ihnen fühlt es sich geborgen.
Manchmal läuft es anders, als erwartet. Der Beziehungsaufbau mit Ihrem Kind ist Ihnen und dem Kind vielleicht schwergefallen. Vielleicht baut Ihr Kind z. B. keinen Blickkontakt mit Ihnen auf. Es zeigt vielleicht insgesamt wenig Emotionen. In diesem Fall sollten Sie dies bei Ihrer Kinderärztin bzw. Ihrem Kinderarzt ansprechen. Sie oder er kann beurteilen, ob weitere Maßnahmen zur Ursachenabklärung getroffen werden müssen
Wenn Sie als Eltern nicht da sind, brauchen Sie für diese Zeit eine oder mehrere zuverlässige Bezugspersonen für Ihr Kind. Besucht Ihr Kind eine Kinderkrippe oder eine Kindertagespflegeeinrichtung? Dann sollte genügend Zeit sein, dass es in Ruhe hingebracht und verabschiedet werden kann. Sagen Sie Ihrem Kind und dem pädagogischen Personal auch, wer es später wieder abholen wird.
Es hilft Ihrem Kind sehr, wenn es immer zu ähnlichen Zeiten seine Mahlzeiten bekommt und zum Schlafen hingelegt wird. Auch wenn Sie es nicht immer ganz genau einhalten können, ist ein regelmäßiger Tagesablauf für ein Kind meistens sehr gut. Ein fester Rhythmus sorgt bei vielen für mehr Ruhe und Ausgeglichenheit.
Ihr Kind entwickelt jetzt mehr und mehr seinen eigenen Willen. Das ist gut so, denn nur so kann es an Eigenständigkeit gewinnen. Wo es jedoch sich selbst gefährden oder andere Personen (unabsichtlich) verletzen kann, müssen Sie eingreifen.
Typische Beispiele für Selbstgefährdung in diesem Alter sind das Greifen in Steckdosen oder das Hineinstecken von Gegenständen in Steckdosen. Spitze oder kleine Gegenstände in den Mund oder die Nase zu stecken, ist ebenfalls gefährlich. Auf die Straße laufen darf ein Kind natürlich auch nicht. In diesem Alter verstehen Kinder meist auch noch nicht, wenn sie andere verletzen. Sie können auch ihre eigenen Emotionen noch nicht verstehen.
Sie können noch nicht richtig ausdrücken, wie es ihnen gerade geht. So schmeißen sie häufig mit Dingen, wenn sie wütend sind, oder hauen andere Kinder oder die eigenen Eltern.
Wenn Ihr Kind auf ein Verbot nicht reagiert, sollten Sie reagieren. Knien Sie sich zu Ihrem Kind und wiederholen Sie Ihr Verbot auf "Augenhöhe". Sehr komplizierte Erklärungen wird Ihr Kind allerdings noch nicht verstehen. Nehmen Sie ihm daher mit einer kurzen Erklärung den verbotenen Gegenstand weg oder nehmen Sie Ihr Kind hoch. Manchmal hilft bei aufkommender Wut über das Verbot eine Ablenkung durch das Anbieten von Alternativen. Manchmal helfen auch tröstende Worte.
Ihr Kind möchte in Ihrer Nähe sein. Dafür reichen eine Decke, die, wo auch immer Sie gerade sind, ausgebreitet wird, und ein paar Spielsachen. Schon hat Ihr Kind einen Platz zum Spielen, an dem es sich wohlfühlen kann.
Kinder wünschen sich die Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Das Beste, was Sie Ihrem Kind schenken können, ist gemeinsam verbrachte "Exklusiv-Zeit". Kindern tut es gut, wenn jemand ohne Ablenkung, also z. B. ohne das Handy, mit ihnen spielt. Denn so merkt Ihr Kind, dass das gemeinsame Spielen wichtig und schön ist.
Sie können den Spielideen Ihres Kindes folgen und behutsam auch eigene einbringen. Das Scherzen, Toben und Turnen mit Mama, Papa, Oma, Opa oder anderen Bezugspersonen ist für Kinder etwas besonders Schönes.
Gemeinsam Gegenstände und Lebewesen anzusehen und darüber zu reden, fördert zudem die Sprachentwicklung Ihres Kindes. Kinder finden sehr oft andere Dinge interessant und aufregend als Erwachsene. Sie interessieren sich auch für alltägliche Dinge wie Steine, Stöcke, eine Baustelle, Krankenwagen und Feuerwehr. Und auch kleine und große Lebewesen wie Käfer, Regenwürmer, Vögel, Hunde oder Kühe sind immer faszinierend. Also Dinge, die für Erwachsene so selbstverständlich sind, dass sie gar nicht mehr wahrgenommen werden.
Kinder sind ganz besonders auf Zuwendung und Nähe angewiesen. Geknuddelt, gestreichelt und getragen zu werden, ist wichtig. Besonders, wenn es mal nicht so gut läuft zwischen Ihnen und Ihrem Kind. In schwierigen Situationen kann eine Umarmung oft mehr bewirken als alle Worte. Gerade nach einem Streit oder einem Gefühlsausbruch braucht Ihr Kind Ihre Nähe, also z. B. eine lange Umarmung.
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