In den letzten Monaten haben Sie Ihre Wohnung "krabbelsicher" gemacht. Aber sehr bald schon kann es sein, dass Ihr Kind sich aufrichtet und laufen lernt. Zu Beginn wird das noch unsicher sein. Mit der Zeit wird es dann immer schneller laufen. Es kann jetzt Gegenstände greifen, die beim Krabbeln unerreichbar waren.
Hilfreich kann es sein, wenn Sie die Perspektive Ihres Kindes einnehmen. Gehen Sie in die Hocke und betrachten Sie Ihre Umgebung. Stellen Sie sich dabei die Frage: Was könnte für mein Kind gefährlich sein?
Große oder schwere Gegenstände, die es jetzt aus Regalen ziehen kann, können auf Ihr Kind fallen und es verletzen. Dinge, die Ihr Kind nicht in die Finger bekommen soll, müssen jetzt noch höher untergebracht oder verschlossen werden. Das Kind kann auch Dinge greifen, die es auf Zehenspitzen stehend erreichen kann.
Polstern Sie scharfkantige Ecken von Tischen und Kommoden ab. Besonders der Herd kann zur Gefahrenquelle werden. Ihr Kind kann die vorderen Herdplatten nun bald mit seinen Händen erreichen und sich verbrennen. Es kann Töpfe und Pfannen herunterziehen und sich mit den heißen Sachen schwer verletzen. Das kann auch gefährlich sein, wenn sie nicht mehr heiß sind. Kochen Sie also vorzugsweise auf den hinteren Herdplatten und bringen Sie Töpfe und Pfannen in Sicherheit. Sie können den Herd auch mit einem Gitter absichern.
Vor allem aber: Erklären Sie Ihrem Kind, warum es die Herdplatte nicht berühren darf. Seien Sie dabei klar und für das Kind verständlich. Sagen Sie deutlich "Nein".
Vorsicht: Auch an heißem Wasser kann sich Ihr Kind verbrühen.
Wichtig ist, dass Ihr Kind in einem möglichst angstfreien Klima groß werden kann. Wenn Sie Ihr Umfeld entsprechend sichern, können Sie sich selbst und Ihrem Kind viele Ermahnungen ersparen. Ihr Kind wird nicht fortlaufend enttäuscht, weil Sie ihm immer wieder Dinge wegnehmen oder verbieten müssen, sondern es kann sich innerhalb der von Ihnen bestimmten Freiräume bewegen und entwickeln.
Wenn Ihr Kind schon laufen kann, wird es sich auch außerhalb Ihres Zuhauses freier bewegen. Es betrachtet die Welt draußen nun nicht mehr vom Kinderwagen, aus dem Tragetuch oder von Ihrem Arm aus. Jetzt kann es sich selbst in Bewegung setzen und die Welt um sich herum erforschen. Stufen oder Abhänge können ihm nun gefährlich werden. Auch Dinge, die am Boden liegen, wie z. B. Glasscherben, Zigarettenkippen oder rostige Nägel. Die möchte Ihr Kind gern aufheben und untersuchen. Und das gerne auch mit dem Mund. Schreiten Sie hier sofort ein. Machen Sie deutlich, dass nicht alles aufgehoben werden darf. Beim Verschlucken droht Lebensgefahr und auch beim Anfassen kann es sich verletzen.
Bei Begegnungen zwischen kleinen Kindern und Hunden ist besondere Vorsicht geboten. Beobachten Sie Ihr Kind: Geht es auf Hunde zu oder reagiert es eher ängstlich? Wenn es neugierig ist, zeigen Sie ihm, dass es sich Hunden immer langsam und vorsichtig nähern muss. Lassen Sie Ihr Kind keine fremden Hunde streicheln, ohne vorher mit der Hundebesitzerin oder dem Hundebesitzer gesprochen zu haben. Wenn Ihr Kind Angst hat, bringen Sie es außer Reichweite des Hundes. Scheuen Sie sich auch nicht, Menschen mit Hunden darum zu bitten, ihr Tier an die Leine zu nehmen.
Lassen Sie Ihr Kind keine fremden Tiere ohne vorherige Absprache anfassen.
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