Unter "Grobmotorik" versteht man die Gesamtbewegung des Körpers, also z. B. wenn beim Krabbeln oder Laufen große Muskelgruppen zusammen bewegt werden. Die "Feinmotorik" dagegen beschreibt gezielte Bewegungsabläufe, wie z. B. die Bewegung der einzelnen Finger der Hand.
Ihr Baby möchte sich jetzt wahrscheinlich schon an Regalen, am Sofa oder am Couchtisch hochziehen und festhalten. Vielleicht macht es auch schon die ersten Gehversuche. Dafür wird es sich seitlich am Sofa oder an einem anderen Möbelstück entlangtasten. Es ist zwar noch ziemlich wackelig auf den Beinen. Aber es lernt dabei, sein Gleichgewicht zu halten. Das ist eine wichtige Voraussetzung für das spätere Laufen.
Vielleicht beginnt es auch schon, Treppen hinaufzuklettern. Auch hier lernt Ihr Baby, sein Gleichgewicht zu trainieren. Und es lernt, Höhe und Tiefe abzuschätzen.
Für Sie ist es eine gute Übung, das Geben von Freiheiten zu erproben. Natürlich müssen Sie darauf achten, dass Ihrem Baby nichts passiert. Gleichzeitig ist es aber wichtig, den kleinen Entdecker nicht durch eine eventuelle Übervorsichtigkeit auszubremsen. Geben Sie Ihrem Baby genügend Sicherheit und Freiraum, seine Welt zu entdecken. Sichern Sie Treppen mit einem Gitter, räumen Sie den Weg frei, polstern Sie spitze Kanten an Kommoden oder Tischen. Und bleiben Sie in der Nähe.
Vielleicht wollen Sie Ihrem Baby für seine ersten Gehversuche gleich Schuhe besorgen. Damit sollten Sie aber noch etwas warten. Feste Schuhe braucht Ihr Kind erst, wenn es anfängt, draußen herumzulaufen. Barfußlaufen ist für die Entwicklung der Füße Ihres Babys am gesündesten. Gegen Kälte schützen z. B. dicke Socken, die an der Sohle mit rutschfesten Noppen versehen sind. Viele Matschanzüge oder Matschhosen haben Überzieher für die Füße. Diese können auch extra gekauft werden. So kann Ihr Baby bei schlechtem Wetter auch mal im Sandkasten spielen, ohne nasse Füße zu bekommen.
Laufenlernen klappt am besten ohne Schuhe.
Ihr Baby wird nun nicht nur immer mobiler, sondern auch sicherer beim Greifen. Inzwischen kann es möglicherweise nicht nur mit beiden Händen nach Dingen greifen, sondern diese auch schon eine Weile halten. Es kann sie drehen und wenden, von einer Hand in die andere nehmen und untersuchen. Mit etwa 9 Monaten beherrscht Ihr Baby wahrscheinlich den sogenannten Pinzettengriff. Das heißt, es kann Gegenstände zwischen Daumen und Zeigefinger halten und auch gezielter zugreifen. Jetzt stellt sich vielleicht auch langsam eine Vorliebe für die rechte oder linke Hand heraus. Eindeutige Hinweise auf den späteren Rechts- oder Linkshänder wird es aber erst im 2. oder 3. Lebensjahr geben.
Der Entwicklungsfortschritt von Kindern sollte immer daran gemessen werden, wie ihre Ausgangssituation war. Kam Ihr Kind als Frühchen auf die Welt? Hat Ihr Kind eine chronische Krankheit oder eine Behinderung? Um das passende Förderangebot für das Kind zu finden, gibt es verschiedene Anlaufstellen. Zu ihnen gehören die sogenannten Interdisziplinären Frühförderstellen (IFS). Dort werden Kinder unterstützt, die eine Behinderung haben, Kinder, die von einer Behinderung bedroht sind, und Kinder, die in ihrer geistigen, körperlichen oder seelischen Entwicklung verzögert sind. Die Förderung richtet sich an Kinder vom Säuglingsalter bis zum Zeitpunkt der Einschulung.
In jedem Fall ist ein Kontakt zur KoKi-Fachstelle hilfreich. Hier erfahren alle Eltern, ob es ein passendes Unterstützungsangebot gibt. Die Angebote richten sich an alle Eltern mit ihren Kindern bis 3 Jahre.
Die Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi) – Netzwerk frühe Kindheit bieten werdenden Eltern und Eltern mit Kindern bis 3 Jahren kostenfrei Beratung und Hilfe an.
Zudem kann eine KoKi-Fachstelle über bestehende Angebote informieren und Familien an ein passendes Unterstützungsangebot weitervermitteln.
Der BayernAtlas hilft Ihnen, die KoKi-Stelle in Ihrer Nähe zu finden
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