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Der Zahnwechsel

Beitrag aus:
Elternbrief 18
5,5-6 Jahre

Für Kinder ist der erste Zahnwechsel mit etwa 6 Jahren ein wichtiger Entwicklungsschritt. Stolz zeigen die meisten Kinder ihren Wackelzahn oder dann ihre Zahnlücken.

Wackelzahn und Zahnlücken 

Die erste Lücke zeigt sich meist vorne am Unterkiefer. Nach und nach werden dann alle vorderen Milchzähne durch die größeren, bleibenden Zähne ersetzt. Der Kiefer Ihres Kindes ist nun so weit gewachsen, dass für neue Zähne genug Platz ist. 

Hinter den Milchbackenzähnen bricht ein ganz neuer Zahn durch. Er ersetzt keinen Milchzahn, sondern wächst zusätzlich. 

Der Zahnwechsel tut Kindern in der Regel nicht besonders weh. Die großen Zähne sehen in den kleinen Kindergesichtern oft ein wenig seltsam aus. Die Zähne haben schon ihre bleibende Größe, der Kopf des Kindes muss noch wachsen. Es dauert also noch ein paar Jahre, bis sich Kopf- und Kiefergröße und die neuen Zähne zu einem harmonischen Ganzen verbunden haben.

Ein kleines Mädchen zeigt ihre Zahnlücke

Besuch von der Zahnfee

Der Zahnwechsel bedeutet auch den beginnenden Abschied von der Kleinkindzeit. Die Zahnfee ist daher oft ein willkommenes Zauberwesen aus einer anderen Welt. So kann Ihr Kind noch einmal an die magische Phase anknüpfen, deren Ende sich jetzt ankündigt. 

Wenn Ihrem Kind ein Zahn ausgefallen ist, dann kann es ihn abends auf das Fensterbrett oder unter das Kopfkissen legen. Ein Elternteil kommt als "Zahnfee" in der Nacht, nimmt den Zahn mit und hinterlässt dafür einen Brief oder ein kleines Geschenk.

Richtiges Zähneputzen 

Weil der Zahnschmelz der neuen, zweiten Zähne noch nicht vollständig gehärtet ist, ist Zähneputzen in dieser Zeit besonders wichtig. Ihr Kind kann sich schon länger die Zähne alleine putzen. Allerdings sind Kinder erst im Laufe der Grundschulzeit motorisch ganz in der Lage, ihre Zähne selbstständig komplett gründlich zu reinigen. Bitte kontrollieren Sie deshalb nach dem Putzen noch nach. 

Besonders wichtig ist die richtige Technik. Schrubben Sie auf keinen Fall einfach nur kräftig hin und her, sondern putzen Sie langsam in kleinen, kreisförmigen Bewegungen Zahn für Zahn einzeln – immer vom Zahnfleisch in Richtung Kaufläche, also "von Rot nach Weiß".

Die Zähne am besten nach der KAI-Methode putzen: Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen.

Putzen Sie erst die Kauflächen, dann die Außenflächen und schließlich die Innenflächen. Üben Sie dabei aber nicht zu viel Druck aus, sonst kann das Zahnfleisch verletzt werden. Auch die Zunge sollte ab und an mitgeputzt werden. Hier sammeln sich viele Bakterien. 

Der ganze Vorgang sollte 2 Minuten dauern. Stellen Sie eine Sand- oder Eieruhr ins Badezimmer, das kann Ihrem Kind die 2 Minuten anschaulich machen. Es gibt auch Zahnputzlieder, die Ihrem Kind verdeutlichen, wie lange es putzen muss. 

Und vergessen Sie die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen nicht. Die Zahnärztin oder der Zahnarzt kann Ihrem Kind dann zeigen, wie das Zähneputzen richtig geht.

Zahnärztinnen und Zahnärzte empfehlen auch bei Kindern zusätzlich den Gebrauch von Zahnseide. Hier müssen Sie als Eltern noch gut mithelfen. Etwas einfacher kann es mit sogenannten Interdental-Sticks werden, mit denen man die engsten Zahnzwischenräume gut säubern kann. 

Bei der Zahnpasta können Sie nun langsam von Kinderauf Junior-Zahnpasta wechseln. Diese hat einen deutlich höheren Fluorid-Anteil, schmeckt aber trotzdem noch mild. Fluoride in der richtigen Dosierung sind wichtig, denn sie schützen den Zahnschmelz, hemmen das Wachstum von säurebildenden Bakterien und beugen Karies vor.