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Achtung, Läusealarm!

Beitrag aus:
Elternbrief 18
5,5-6 Jahre

Läusealarm gibt es typischerweise dort, wo viele Kinder zusammen sind. Sie stecken beim Spielen die Köpfe zusammen, sie umarmen sich oder toben. Es kommt also zu direktem Körperkontakt, und genau das ist es, was die kleinen Sauger brauchen. Denn Läuse springen nicht, sondern wandern von Kopf zu Kopf. Deshalb sind Gemeinschaftseinrichtungen für Läuse die besten Brutstätten.

Läuse wandern auf alle Köpfe

Läusebefall hat nichts mit Hygiene zu tun. Läuse wandern von einem gewaschenen Kopf genauso gerne auf einen ungewaschenen. Dabei ist es auch egal, ob die Haare lang oder kurz, gelockt oder glatt sind. Kopfläuse leben nicht vom Schmutz, sondern vom Blut. 

Die kleinen schwarzen Parasiten werden etwa 0,3 cm groß und sind mit bloßem Auge erkennbar. Sie setzen sich bevorzugt am Haaransatz im Nacken oder an den Schläfen fest, und auch hinter den Ohren nisten Läuse gern. Sie haben keine Flügel, sondern drei Paar Beine, mit denen sie sich gut an den Haaren festhalten und sich fortbewegen können. 

Sie nehmen mehrmals täglich Blut als Nahrung auf. Dabei tritt ihr Speichel in die Wunde ein, was den typischen Juckreiz hervorruft. Kopfläuse übertragen in unseren Breiten keine Krankheitserreger. Sie verbreiten sich aber leicht weiter, falls dies nicht verhindert wird.  

Keine Panik! Läuse sind zwar wirklich sehr unangenehm, aber ungefährlich und lassen sich gut behandeln.

Foto: Kind mit Sonnenbrille kratzt sich in den Haaren

Kampf den Läusen! – Aber wie?

  • Mittel gegen Kopfläuse, sogenannte Insektizide, erhalten Sie in der Apotheke. Tragen Sie das Mittel wie in der Packungsbeilage beschrieben auf. Meistens ist es unangenehm und kann auf der Kopfhaut ein brennendes Gefühl verursachen. Trotzdem ist es sehr wichtig, dass es ausreichend lange einwirkt und Sie nicht zu wenig verwenden.
  • Sie sollten den Kopf Ihres Kindes nach etwa 8 Tagen noch einmal nachbehandeln. So lange dauert es, bis sich nicht zerstörte Nissen (die Eier der Kopflaus) fertig entwickelt haben.
  • Kämmen Sie Ihr Kind noch mindestens 2 Wochen lang täglich mit dem Nissenkamm. Mit diesem kleinen Spezialkamm aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt mit sehr eng gesetzten Zacken lassen sich die Nissen nach der Behandlung gut entfernen. Läuse können sehr hartnäckig sein.
  • Untersuchen Sie die ganze Familie täglich. Das ist wichtig, weil sich sowohl Eltern als auch Geschwister sehr leicht angesteckt haben könnten.
  • Waschen Sie Kleidung, Bettwäsche und Handtücher der gesamten Familie mit mindestens 60° Grad. Auch Kämme und Bürsten müssen mit möglichst heißem Wasser gereinigt werden.
  • Stofftiere können ebenfalls für kurze Zeit Läuse beherbergen. Packen Sie sie für mindestens 3 Tage luftdicht in einen Plastikbeutel oder frieren Sie sie für 2 Tage ein.

Nissenkämme aus Metall sind geeigneter als Kämme aus Plastik, weil die Zacken enger beieinander stehen.

Nissen kleben am Haaransatz

Läuse kleben ihre winzigen weißen Eier, die Nissen, etwa einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt an einem einzelnen Haar fest. Im Gegensatz zu den Läusen selbst sind diese Nissen oft schwer zu erkennen. Sie unterscheiden sich von Kopfschuppen dadurch, dass sie nicht einfach ausgeschüttelt werden können. Eine von Läusen befallene Stelle juckt sehr. Nicht selten kratzen sich betroffene Kinder dort blutig. 

Die Larven der Läuse schlüpfen nach etwa 8 bis 10 Tagen und sind nach weiteren 8 bis 12 Tagen geschlechtsreif. Deshalb können sich Kopfläuse sehr schnell vermehren, da ungefähr alle 3 Wochen eine neue Generation entsteht. Die Eiablage von Kopfläusen hängt von der Blutaufnahme ab. Ohne Mahlzeit werden keine entwicklungsfähigen Eier mehr produziert und die Laus trocknet aus. Läuse können also auf Gegenständen oder Teppichen nicht lange überleben.

Melden eines Läusebefalls

Wenn Ihr Kind betroffen ist, müssen Sie dies in der Einrichtung melden. Die Einrichtung wird einen anonymen Aushang machen und so die anderen Eltern über einen Läusebefall informieren. Sie sollten auch den Eltern der Spielfreundinnen und Spielfreunde Bescheid sagen. Denn ist einmal ein Fall aufgetreten, bekommt man den Läusebefall nur gemeinsam wieder in den Griff. 

Auch das Gesundheitsamt muss von der Einrichtung laut Infektionsschutzgesetz darüber informiert werden. Je nach Einrichtung kann dann ein Nachweis darüber verlangt werden, dass Sie als Eltern mit einer Behandlung 18 begonnen haben und dass vom Kind keine Gefahr der Ansteckung mehr ausgeht. So darf Ihr Kind bereits nach Beginn der Behandlung wieder die Gemeinschaftseinrichtung besuchen.