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Aufräumen

Beitrag aus:
Elternbrief 16
4,5–5 Jahre

Gerade für Erwachsene ist es nicht immer einfach, über das kindliche Chaos hinwegzusehen. Für Sie als Eltern ist es vielleicht schwer vorstellbar, dass Ihr Kind sich in einem völlig unaufgeräumten Zimmer wohlfühlen kann.

Kinder haben oft eine andere Vorstellung von Ordnung als Erwachsene. Vielleicht stehen alle Autos in der einen Ecke gerade auf einem Parkplatz, die Bücherstapel in der Mitte des Zimmers stellen eine Stadt dar und die Kuschel­tiere auf dem Boden sind der Zoo.

Ein Maedchen im Kinderzimmer räumt eine Tasche ein.

Wahrscheinlich möchten Sie als Familie eine gewisse Grund­ordnung zu Hause haben. Im Flur barfuß auf einen Baustein oder eine Murmel zu treten, macht niemandem Spaß.

Was kann man also tun gegen die Unordnung? Was wenig bringt, ist Schimpfen und dann den Kindern doch alles hinterherzuräumen. Aber klare Regeln können beim The­ma Ordnung helfen.

Fotos oder Symbole der Spielsachen auf den Kisten können helfen, damit Ihr Kind für alles den richtigen Platz findet.

Anregungen für (etwas) Ordnung

  • Sie als Eltern sind ein wichtiges Vorbild für Ihr Kind. Ordnung vorzu­leben ist deshalb sehr wichtig. Es lernt an Ihrem Vorbild, dass Dinge wieder an ihren Platz gehören, wenn man sie nicht mehr benötigt.
  • Zusammen aufzuräumen macht mehr Spaß als alleine. Ein 5-jähriges Kind ist oft noch überfordert, wenn es ganz alleine sein Zimmer auf­räumen soll. Helfen Sie Ihrem Kind und machen Sie ein Spiel daraus, z. B. „Ich räume alle Autos auf, du alle Bücher. Wer ist schneller?“
  • In Etappen aufzuräumen ist einfacher, als alles auf einmal aufräumen zu müssen. Z. B. wird zuerst alles aufgeräumt, was auf dem Boden liegt. Später dann wird der Tisch leergeräumt. Größere Bauwerke können vielleicht auch einmal eine Zeit lang stehen bleiben.
  • Das Kinderzimmer kann auch mal chaotischer sein als der Rest der Wohnung. Es ist ein Stück Eigenständigkeit für Ihr Kind, wenn es hier mehr Freiraum hat als in den anderen Räumen. Wenn Ihr Kind in seinem Zimmer schläft, dann sollte vor dem Zubettgehen ein Weg zur Tür freigeräumt sein, damit Ihr Kind nachts sicher auf die Toilette oder zu Ihnen kommen kann.
  • Wenn sich Geschwister ein Zimmer teilen, ist Rücksichtnahme beson­ders wichtig. So könnte z. B. eine Regel für beide Kinder sein, dass jedes Kind das aufräumt, was es liegen gelassen hat. Oder das eine Kind räumt Kleider auf, das andere Spielsachen.
  • Wenn Ihr Kind kein eigenes Zimmer hat, ist eine Spielecke schön, in der es auch mal unordentlich sein darf.
  • Eine gewisse Hygiene ist wichtig. Z. B. sollten alte Joghurtbecher oder schmutzige Kleidung immer sofort weggeräumt werden.
  • Ein Kind braucht zum Aufräumen seiner Sachen ausreichend Platz. Neben Regalen und Schränken können Kisten oder Kartons dazu dienen, die Spielsachen zu organisieren.
  • Weniger ist häufig mehr: Sortieren Sie mit Ihrem Kind gemeinsam in regelmäßigen Abständen nicht mehr benötigte und nicht mehr alters­gerechte Spielsachen aus. Diese können verschenkt, gespendet oder weiterverkauft werden. Vielleicht können einige Dinge auch vorüber­gehend im Keller oder auf dem Dachboden untergebracht werden?