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Sprachförderung

Beitrag aus:
Elternbrief 15
4-4,5 Jahre

Im Kindergarten wird unter anderem auch die Entwick­lung der Sprache gefördert. Kinder sollen lernen, ver­ständlich und in ganzen Sätzen zu reden. Nicht nur in besonderen Situationen, sondern gerade im Umgang miteinander, beim Spielen und im Alltag.

Zwei Kinder liegen in einem Spielzelt und spielen.

Unter „Sprachförderung“ versteht man alles, wodurch die Kinder Freude am Sprechen und an der Kommunikation entwickeln. Durch Sprachförderung erwerben Kinder die Fähigkeit, sich mit anderen auszutauschen und eigene Erlebnisse, Gefühle, Gedanken und Wünsche in Worte zu fassen und mitzuteilen.

Eltern als Sprachvorbilder

Kinder lernen Sprache in erster Linie von Erwachsenen. Dazu gehört es vor allem, sich zu unterhalten und sich da­bei Gedanken über die Welt zu machen oder einfach von seinen Erlebnissen, Gedanken und Gefühlen zu erzählen. Solche Gespräche wirken sich sehr positiv auf die Sprach-und Wissensentwicklung von Kindern aus.

Dazu braucht es natürlich Zeit, um auf das Kind eingehen zu können und abzuwarten, was das Kind sagen will. Ge­legenheiten, sich ungestört mit dem Kind zu unterhalten, ergeben sich im Alltag z. B. bei gemeinsamen Mahlzeiten, auf dem Weg zum Kindergarten, bei gemeinsamen Fahr­ten mit dem Auto bzw. im öffentlichen Nahverkehr oder auch vor dem Einschlafen. Aber auch das Anhören von Hörspielen oder Podcasts für Kinder kann das Sprachler­nen unterstützen.

Auch zusammen Bücher zu lesen, fördert das richtige Sprechen. Vorlesen ist eine der wichtigsten Methoden zur Sprachförderung. Es hilft Kindern, neue Wörter zu lernen, und verbessert ihr Verständnis für die Struktur der Sprache.

Foto: Vorschulkinder-Gruppe in der Kita, die im Kreis miteinander Tanzen

Spielerische Sprachförderung

Nicht jedem Kind fällt es leicht, in ganzen Sätzen zu spre­chen. Das gilt nicht nur für Kinder, deren Eltern aus einem anderen Land kommen. Auch Kinder, deren überwiegend gesprochene Sprache Deutsch ist, haben manchmal Prob­leme, sich altersgemäß auszudrücken.

Im Kindergarten wird die Sprachförderung spielerisch um­gesetzt durch gemeinsames Anschauen und Besprechen von Bilderbüchern, das Erzählen von Geschichten oder durch Gespräche im Stuhlkreis. Ähnliche Angebote, z. B. Vorlesestunden, gibt es auch häufig in Büchereien.

Sprachkompetenz ist eine wesentliche Voraussetzung für die positive Entwicklung eines Kindes und auch für den späteren Erfolg in der Schule. Sprachförderung ist also langfristig wichtig für die Bildungschancen eines Kindes. Deshalb ist es von Vorteil, wenn Sprachprobleme bei Kin­dern früh erkannt und entsprechend behandelt werden.

Sprachentwicklung des Kindes fördern

  • Achten Sie auf die richtige Aussprache von einzelnen Wörtern.
  • Sprechen Sie selbst in ganzen Sätzen.
  • Lesen Sie Ihrem Kind viel vor und sprechen Sie mit ihm über das Gehörte.
  • Lassen Sie Ihr Kind beim gemeinsamen Betrachten von Bildern erzählen, was passiert, was die handelnden Personen sich wohl dabei denken und was sie dabei fühlen könnten.
  • Hören Sie, wenn möglich auch gemeinsam, Hörspiele an.
  • Lassen Sie Ihr Kind von seinen Erlebnissen erzählen, stellen Sie ihm Fragen.
  • Lassen Sie Ihr Kind immer aussprechen und unterbrechen Sie es nicht, wenn es nach Worten ringt.
  • Wenn Ihnen an der Aussprache Ihres Kindes etwas ungewöhn­lich erscheint, sprechen Sie mit den Erzieherinnen und Er­ziehern im Kindergarten oder wenden Sie sich an Ihre Kinderärztin bzw. Ihren Kinderarzt.
  • Wenn Sie als Eltern im Alltag zu Hause eine andere Sprache sprechen, ist es für Ihr Kind besonders wichtig, so viel wie möglich mit deutschsprechenden Kindern und Erwachsenen Kontakt zu haben.