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Tausend und ein Wunsch

Beitrag aus:
Elternbrief 14
3,5-4 Jahre

T-Shirts mit dem Aufdruck der Lieblingsfiguren, über­dimensionierte Spielzeugpistolen, Glitzerpuppen oder andere Trendartikel: Nicht alles, was Kinder gerade ganz toll finden, gefällt auch ihren Eltern.

Viele bunte Spielzeugautos liegen auf einem Holzboden

Umgang mit Wünschen

Was tun, wenn Ihr Kind unbedingt diese Spielsachen oder auch bestimmte Kleidungsstücke mit der Abbildung seiner Lieblingsfiguren haben will? Wenn nun mal der innigste Wunsch eine besondere Puppe ist? Oder ein viel zu großer Monstertruck?

Der Geschmack von Kindern deckt sich nicht unbedingt mit dem eigenen.

Vorher absprechen, was geschenkt werden soll

Schenken Sie Dinge, von denen Sie nicht überzeugt sind, nicht von sich aus. Warten Sie ab, dass Ihr Kind wirklich sagt, dass es etwas Bestimmtes haben möchte. Sprechen Sie auch mit den Großeltern und anderen Menschen, die Ihrem Kind Geschenke machen. Bitten Sie sie, ent­sprechende Sachen nicht ohne Absprache mit Ihnen zu schenken.

Und wenn etwas geschenkt wird, dann nach den Inte­ressen des Kindes und nicht nach den klassischen Ge­schlechterzuschreibungen. Vielleicht mag Ihr Sohn über­haupt keine Spielzeugfahrzeuge, sondern liebt gerade Tiere über alles?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind. Fragen Sie es, warum es dieses bestimmte Spielzeug, dieses oder jenes Kleidungs­stück gerne haben will. Oft geht es Kindern auch um die Anerkennung durch Gleichaltrige. Um die Möglich­keit beispielsweise, mit der eigenen Spielfigur oder dem Spielzeugauto bei anderen Kindern mitspielen zu können.

Erklären Sie Ihrem Kind aber auch, warum Sie etwas, das es sich wünscht, weniger gut finden. Etwa, weil das Wunschspielzeug nur auf eine bestimmte Art gespielt werden kann. Oder weil es wahrscheinlich recht schnell kaputtgehen wird. Oder weil Sie die Superhelden auf dem begehrten T-Shirt für nicht altersgerecht halten. Denn immer mehr unter Kindern beliebte Trendartikel haben ihren Ursprung in Serien oder Filmen, die sich an ältere Kinder oder Jugendliche richten. Informieren Sie sich darüber und erklären Sie Ihrem Kind altersgerecht, warum Sie eine Entscheidung für oder gegen etwas Be­stimmtes treffen.

Geschickte Vermarktung

Die Heldinnen und Helden be­kannter Serien sind bei Kindern sehr beliebt. Dass das von den Produktionsfirmen so kalkuliert ist, zeigt sich auch daran, dass es immer wieder neue Produkte mit den beliebten Figuren gibt.

Damit machen die Firmen viel Umsatz. Von Duschgel über Schuhe bis zu Brotdosen oder Schirmen ist dann alles dabei, was auf die Bedürfnisse der klei­nen Fans zugeschnitten ist.

Manchmal kann ein Kompromiss helfen

Sollte etwas ein Herzenswunsch Ihres Kindes sein, lehnen Sie es nicht sofort ab. Suchen Sie, wenn es Ihnen möglich ist, nach einem Kompromiss. Vielleicht kann der Wunsch aufgeschoben werden? Vielleicht reicht auch erst mal eine einzige Spielfigur und muss nicht gleich das ganze Team sein? In jedem Fall ist es in Ordnung, Wünsche Ihres Kindes nicht gleich zu erfüllen, sondern ein wenig zu warten, z. B. bis zum Geburtstag oder bis zu einem anderen besonderen Tag.

Ihr Kind lernt so, dass es auf manche Dinge warten oder auch z. B. aus finanziellen Gründen verzichten muss und dass nicht alle Wünsche gleich erfüllt werden. Kinder lernen auf diesem Weg, auch kleinere Enttäuschungen zu verschmerzen oder eben auf die Erfüllung von Wünschen zu warten. Das ist wichtig für Ihr Kind, damit es auch zu­künftige Herausforderungen gut bewältigen kann.

Was ist mit Spielzeugwaffen?

Bauchschmerzen haben manche Eltern besonders dann, wenn ihr Kind sich Spielzeugwaffen wünscht. Viele Kinder sind von Spielzeugwaffen fasziniert. Diese kennen sie aus Serien und Filmen, z. B. als Mittel der Verteidigung bei den Superheldinnen und Superhelden. Kinder wünschen sich dann ebensolche Spielzeug­waffen. Diese ermöglichen es ihnen, in ihrer Fantasiewelt Pirat, Ritter, Ninja oder Superheldin und Superheld zu sein. Der Kampf mit den Spielzeugwaffen ist dann eines der Rollenspiele. Dabei geht es gezielt um Themen wie das kindliche Kräftemessen, Stärke, Mut oder den Umgang mit Macht.

Ob Sie Ihrem Kind auch eine Spielzeugwaffe kaufen möchten, das liegt ganz bei Ihnen. Bei allen Arten von spielerischen Kämp­fen, sei es mit einer besonderen Spielzeugwaffe oder mit Stöcken, sollten Sie Ihrem Kind jedoch erklären, wann und wo das Spiel­zeug benutzt werden darf. Z. B. dass es Stöcke nicht auf Augen­höhe trägt, nicht mit einem Stock schlägt oder ihn wirft.

Und erklären Sie Ihrem Kind, dass spielerische Kämpfe nur dann in Ordnung sind, wenn niemand Angst hat oder verletzt wird. Und dass es selbst auch anderen Kindern sagen soll, dass diese mit dem Spiel aufhören, wenn es Angst beim Spielen hat. Zudem sollten Sie mit Ihrem Kind über Gewalt sprechen und ihm deutlich machen, dass Waffen, genau wie Schläge oder Worte, im echten Leben schlimme Verletzungen hervorrufen können.