Ihr Kind ist nun in einem Alter, in dem es eigene Freundschaften schließt. Eine Kinderfreundschaft kann ein paar Wochen und Monate, aber auch Jahre oder sogar ein Leben lang halten. Manche Menschen haben auch als Erwachsene noch Freundinnen oder Freunde aus der Kindergartenzeit.
Freundschaften unter Kindern sind sehr wichtig für ihre Entwicklung und für ihre Selbstständigkeit. Beim gemeinsamen Spielen lernen sie Wettbewerb, aber auch Zusammenarbeit und Rücksichtnahme auf Schwächere.
Kinder schauen sich sehr viel voneinander ab.
Kinder mögen oft unterschiedliche Dinge und können diese unterschiedlich gut. Ihr Kind bekommt bei seinen Freundinnen und Freunden immer wieder Anregungen, neue Spielideen und wird angespornt, Verschiedenes auszuprobieren.
Das Kind, dem jedes Buch zu langweilig ist, wird bei seiner lesebegeisterten Freundin oder dem Freund vielleicht eher Zugang zu Kinderbüchern finden als zu Hause durch seine Eltern. Und das Kind, das sich nur ungern bewegt, spielt mit der Freundin oder dem Freund vielleicht gerne Fangen oder mag stundenlang rutschen.
Manchmal kann es jedoch sein, dass sich Ihr Kind eine neue Freundin oder einen Freund sucht, den Sie selbst nicht so toll finden. Allerdings haben Sie nur wenig Einfluss darauf, mit wem Ihr Kind im Kindergarten spielt. Bei den kleineren Kindern war das noch anders, da haben meist Sie vorgegeben, mit welchen Familien Sie sich treffen und mit welchen Kindern Ihr Kind spielen kann. Im Kindergarten trifft Ihr Kind jedoch seine eigene Wahl. Es wird zu Kindergeburtstagen eingeladen und möchte seine Freundinnen und Freude auch zu sich nach Hause einladen.
Die erste Zeit im Kindergarten ist für Ihr Kind ein großes Abenteuer. Viele der anderen Kinder sind älter und die Eltern sind nicht da, um einen zu unterstützen. Manche Kinder knüpfen gerne von sich aus Kontakte zu anderen. Manche stehen allerdings erst einmal vorsichtig an der Seite und beobachten das Geschehen. Jedes Kind hat seinen eigenen Weg, mit neuen Situationen umzugehen.
Den richtigen Umgang mit anderen muss ein Kind erst lernen.
Ihr Kind lernt im Kindergarten, sich in eine Gruppe einzufügen, zu beobachten und nachzuahmen. Es wird Freundschaften schließen. Wie schon in der Spielgruppe, im Freundeskreis oder in seiner vorherigen Tagesbetreuung wird es auch hier mit bestimmten Kindern besonders gerne spielen. Es lernt, dass es normal ist, manche Menschen besonders zu mögen und das auch zu zeigen. Das ist ein großer Schritt in Richtung Beziehungsfähigkeit.
Aber Ihr Kind lernt nicht nur andere Kinder kennen, es entwickelt auch eine Beziehung zu den pädagogischen Fachkräften. Außer mit Ihnen, seinen Eltern, muss es auch mit anderen Erwachsenen zurechtkommen. Es übt den Umgang mit Autoritäten. Es lernt, auf andere zu hören, aber auch, sich mitzuteilen.
Sprechen Sie sich mit den Eltern des Besuchskindes ab und tauschen Sie die Telefonnummer für den Notfall aus. Zudem sollten Sie abklären, ob es möglicherweise Unverträglichkeiten beim Essen gibt oder ob das Kind bestimmte Dinge (noch) nicht essen soll oder nur in kleinen Mengen, wie Süßigkeiten.
Und Sie sollten im Vorfeld erfragen, ob das Besuchskind an den Toilettengang erinnert werden soll und ob es dabei noch Unterstützung benötigt. Ebenso sollten Sie mögliche Regeln in Bezug auf die Mediennutzung erfragen. Wenn Ihr eigenes Kind jeden Tag eine Sendung anschauen darf, aber das Besuchskind nicht, sollte der Fernseher oder das Tablet an diesem Tag ausbleiben.
Diese Absprachen eignen sich natürlich auch andersherum, wenn Ihr Kind alleine ein paar Stunden bei einer anderen Familie verbringen wird.
Die Erzieherinnen und Erzieher im Kindergarten werden immer wieder versuchen, die Kinder in Entscheidungen mit einzubeziehen. Damit fördern sie ihr Verantwortungsgefühl. Im Kindergarten bedeutet Partizipation (Teilhabe), dass die Kinder in einige Ereignisse und Entscheidungen, die den Kindergartenalltag betreffen, einbezogen werden.
Diese Partizipation kann auch in kleinen Schritten erfolgen, z. B. indem die Kinder in einige Vorgänge, die sie selbst betreffen, mit eingebunden werden. Ein Wochenplan mit verschiedenen Diensten (Geschirrdienst, Hausschuhdienst usw.) wird mit den Fotos der Kinder bildlich dargestellt.
Die Kinder dürfen entscheiden, welche Bücher oder Hörspiele nach dem Mittagessen zur Entspannungsstunde gelesen oder gehört werden. Während der Freispielzeit suchen sich die Kinder ihr Spielzeug selbst aus und auch, mit wem sie spielen möchten. Ein wichtiges Ziel dabei ist es, dass die Kinder lernen, ihre eigenen Ideen, Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu äußern.
Im Kindergarten werden die Kinder lernen, Rücksicht auf Schwächere zu nehmen. Sie sollen auch lernen, ihre Konflikte im Idealfall möglichst allein zu lösen. Die Erzieherinnen und Erzieher können sie aber dabei unterstützen, bei Streitigkeiten gute Lösungen zu finden.
Stärkung der sozialen Kompetenz und Gruppenfähigkeit sind ebenso Ziele der Kindergartenerziehung. Später in der Schule, in der Ausbildung und im Beruf wird das Ihrem Kind helfen, sich in der Gemeinschaft zurechtzufinden. Auch in der Familie können Sie diese Eigenschaften fördern.
Sie als Eltern sind auch in diesem Bereich die wichtigsten Vorbilder für Ihr Kind. In vielen Situationen wird Ihr Kind noch nicht wissen, wie es sich rücksichtsvoll verhalten kann. Das können Sie Ihm vorleben und dadurch zeigen.
Kleinkinder stehen gerne im Mittelpunkt und erwarten entsprechend auch oft, dass sich alles um sie dreht. Das ist allerdings nicht immer möglich, z. B. wenn es noch ein weiteres Geschwisterchen gibt. Oder auch, wenn Sie gerade etwas Zeit für sich möchten. Sie können versuchen, mit Ihrem Kind eine angemessene Zeit zu vereinbaren, in der Ihr Kind sich selbst ruhig beschäftigen soll. Loben Sie Ihr Kind für sein rücksichtsvolles Verhalten, wenn es Ihnen diese Zeit gibt und sich parallel eigenständig beschäftigen konnte.
Oft ist in diesem Alter der Wettbewerbsdrang besonders ausgeprägt. Das kann dann zu Wutausbrüchen führen, wenn ein anderes Kind z. B. beim Wettrennen schneller war oder bei einem Spiel gewonnen hat. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass auch andere Kinder Freude am Gewinnen haben. Zeigen Sie Verständnis und begleiten Sie seine Wut.
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