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Das Fragealter

Beitrag aus:
Elternbrief 13
3-3,5 Jahre

Im Alter von 3 Jahren beginnt das sogenannte Fragealter. Anfang des 2. Lebensjahres gab es schon einmal eine Phase, in der Ihr Kind viele Fragen hatte. Aber das waren sogenannte Was-Fragen oder Zeigefragen. Es deutete auf einen Gegenstand und wollte von Ihnen wissen, wie er heißt oder was man damit macht. So lernte es, dass jedes Ding einen Namen hat.

Nun kommen die "Warum-Fragen". Oft werden Sie schmunzeln müssen, wenn Sie hören, worüber sich Ihr Kind so seine Gedanken macht. Aus dem Blickwinkel Ihres Kin­des betrachtet sind seine Fragen jedoch keineswegs lustig gemeint. Sie dienen ihm als Orientierung in der Welt.

Außerdem ist das "Frage- und Antwortspiel" eine Möglich­keit, mit Ihnen in Kontakt zu sein. Besonders Kinder, die gern und viel reden, bekommen damit das Interesse und die Auf­merksamkeit ihrer Eltern oder anderer vertrauter Menschen.

Ihr Kind wird Ihnen manche Fragen immer wieder stel­len. "Warum muss ich jetzt ins Bett?" kann eine Zeit lang jeden Abend kommen. Das liegt nicht daran, dass Ihr Kind vergesslich ist oder Sie ärgern möchte. Kinder lieben Wiederholungen!

Ebenso wie sie ein Bilderbuch immer und immer wieder an­schauen möchten, können sie auch von manchen Gesprächs­themen nicht genug bekommen. Dass sie auf die immer gleichen Fragen die immer gleiche Antwort bekommen, stört sie nicht. Es ist für sie ein Stück Sicherheit und Verläss­lichkeit in einer für Kinder oftmals verwirrenden Welt.

Durch seine Fragen holt sich Ihr Kind die Informationen, die es braucht, um die Welt besser zu verstehen.

Ein Vater spricht zur kleinen Tochter

Fragen ist wichtig

Kinder haben einen ganz natürlichen und gefühlvollen Zu­gang zu ihrer Umwelt. Kinder möchten über alles reden, was sie entdecken. Manchmal sind Kinderfragen geradezu philo­sophisch. Für die Erwachsenen sind sie oft ein Anstoß, über manche Hintergründe nachzudenken, auch selbst mal genau hinzuschauen und das eigene Wissen aufzufrischen.

Wenn Sie etwas nicht wissen, können Sie das ruhig zu­geben. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie die Antwort wohl lauten könnte. Sie müssen nicht alles haargenau beantworten. Ihre Antwort sollte nicht zu kompliziert und zu lang sein.

Wenn Sie erschöpft oder in Eile sind, also nicht ständig Fragen beantworten wollen, sagen Sie das Ihrem Kind. Vereinbaren Sie mit ihm eine "Fragepause". Grundsätzlich jedoch braucht Ihr Kind das Gefühl, dass sich das Fragen lohnt und seine Fragen freundlich und klar beantwortet werden.

Wenn Sie sich Zeit nehmen und die Fragen Ihres Kindes ernst nehmen, werden Sie einen wunderbaren Einblick in seine Gedankenwelt bekommen.