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Verkehrserziehung

Beitrag aus:
Elternbrief 12
2,5-3 Jahre

Schon bevor es laufen konnte, war Ihr Kind aktiv am Straßenverkehr beteiligt. Es wurde im Kinderwagen und später im Buggy, im Auto, im öffentlichen Nahverkehr oder auf dem Fahrradkindersitz, dem Lastenrad oder im Fahrradanhänger transportiert.

Inzwischen geht es wahrscheinlich immer häufiger an Ihrer Hand auf dem Gehweg oder fährt mit seinem Lauf­rad oder Roller neben Ihnen. Dabei überquert es mit Ihnen die Straße und wartet an der roten Fußgängeram­pel auf Grün. Obwohl Ihr Kind noch klein ist, sieht es alles um sich herum.

Es wird noch einige Zeit dauern, bis Ihr Kind sich sicher alleine im Straßenverkehr bewegen kann. Aber bis dahin hat es schon sehr viel gelernt – durch Ihr Vorbild.

Ein Vater setzt seinem Kind einen Fahrradhelm auf

So lernt Ihr Kind, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen

  • Sie sind das wichtigste Vorbild für Ihr Kind, auch im Straßenverkehr. Gehen Sie deshalb selbst nicht bei Rot über die Ampel und laufen Sie nicht schnell noch über die Straße. Nehmen Sie einen weiteren, aber sicheren Weg in Kauf.
  • Wenn andere Menschen z. B. vor den Augen Ihres Kindes über eine rote Ampel gehen, vermeiden Sie es, darüber zu schimpfen. Erklären Sie Ihrem Kind lieber, warum es gefährlich sein kann, bei Rot zu gehen.
  • Sind Sie zu Fuß unterwegs, nehmen Sie Ihr Kind möglichst an der Hand. Im Idealfall immer auf der Seite, die am weitesten weg von der Straße ist. Wenn es gut neben Ihnen herläuft, kann es auch mal ein Stückchen alleine gehen, etwa in einer ruhi­geren Verkehrszone oder einem Wohngebiet.
  • Beim Überqueren einer Straße sollten Sie Ihr Kind in jedem Fall an die Hand nehmen. Halten Sie an der Bordsteinkante und blicken Sie für Ihr Kind deutlich sichtbar in beide Richtungen und benen­nen dies z. B. "links-rechts-links". Überqueren Sie die Straße erst, wenn sie wirklich frei ist.
  • Nutzen Sie Zebrastreifen und Ampeln, auch wenn das einen Umweg für Sie bedeutet. Warten Sie, bis die Ampel Grün zeigt, und prüfen Sie, ob wirklich kein Auto bzw. Fahrrad mehr fährt, bevor Sie selbst losgehen.
  • Zum Spielen und Rennen, zum Rutschfahrzeug-oder Laufradfahren braucht Ihr Kind verkehrsfreie Räume, also einen Innenhof, einen Park oder Ähnliches.
  • Legen Sie Grenzen oder "Sicherheitszonen" fest: "Bis zur Schranke, weiter gehst du bitte nicht. Außerhalb fahren Autos und das ist gefährlich." Für Ihr Kind muss klar sein, dass nur da gespielt wird, wo jede Gefährdung ausgeschlossen ist.

"Spielgrenzen" müssen immer wieder ganz deutlich festgelegt werden.

  • Sind Sie und Ihr Kind mit den öffentlichen Ver­kehrsmitteln unterwegs, halten Sie stets genügend Abstand zum Gleis, besonders dann, wenn der Zug einfährt. Nehmen Sie Ihr Kind an der Hand. Lassen Sie erst alle Fahrgäste aussteigen und steigen Sie
  • dann ein. Im Zug oder Bus ist es wichtig, dass Ihr Kind sind hinsetzt oder sich gut festhält. Manchmal wird stark gebremst und dann ist die Sturz- bzw. Verletzungsgefahr recht groß.
  • Sind Sie mit dem Auto unterwegs, setzen Sie Ihr Kind wie vorgeschrieben immer in einen passen­den Kindersitz und schnallen Sie es immer an. Im Winter sollte Ihr Kind dabei keine dicke Jacke und keinen Overall tragen, weil sonst der Gurt nicht eng genug anliegt.
  • Wenn Sie es auf dem Fahrradsitz, im Fahrradanhän­ger oder mit dem Lastenrad transportieren, ist es wichtig, dass Ihr eigenes Rad den Anforderungen der Straßenverkehrsordnung entspricht und z. B. ein Vorderlicht und ein rotes Rücklicht hat.
  • Zudem ist es sehr wichtig, dass alle Personen in der Familie, die mit dem Fahrrad, dem Roller oder dem Laufrad unterwegs sind, einen Helm tragen. Der Helm sollte gut angepasst sein und im Winter sollte maximal eine sehr dünne Mütze als Kälteschutz für die Ohren darunter getragen werden, aber keine dicke Wollmütze.
  • Zeigen und erklären Sie Ihrem Kind die Verkehrszeichen.
  • Lassen Sie sich auch mal von Ihrem Kind führen. Das macht Spaß und Sie sehen, was es schon alles kann und weiß und was es noch mehr üben muss.