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Die Wahl des Kindergartens

Beitrag aus:
Elternbrief 11
2-2,5 Jahre

Egal ob Ihr Kind bereits eine Krippe besucht oder familiär betreut wird, mit ca. 3 Jahren kommen die meisten Kinder in den Kindergarten. Sie als Eltern werden sich nun auf die Suche nach einem geeigneten Kindergartenplatz machen müssen. Eine lange Vorlaufzeit ist wichtig, denn die Suche nach einem Betreuungsplatz ist oft nicht einfach.

Je nachdem, wo Sie wohnen, wird es eine größere oder kleinere Auswahl an Einrichtungen geben. Bei der Aus­wahl eines geeigneten Kindergartens gibt es verschiedene Faktoren zu bedenken, wie z. B. pädagogisches Konzept, Öffnungszeiten oder Wohnortnähe. Das Wichtigste wird al­lerdings sein, dass sich Ihr Kind dort wohlfühlen kann. Denn im Kindergarten wird es in den nächsten 3 bis 4 Jahren viel Zeit verbringen.

Was ist Ihnen wichtig?

Sind Sie in der glücklichen Lage und Ihnen stehen meh­rere Kindergärten zur Auswahl? Dann überlegen Sie, was Ihnen dabei wichtig ist. Hier finden Sie einige Faktoren, die bei der Auswahl eine Rolle spielen können.

Träger

Der Träger einer Kindertagesstätte ist verantwortlich für die Betriebsführung der Einrichtung. Er sorgt für Räume und finanzielle Mittel und ist Arbeitgeber der Kita-Mitarbei­tenden. Es gibt unterschiedliche Träger, z. B. Kommunen, Wohlfahrtsverbände, selbstorganisierte Elterninitiativen, Kirchen, Vereine oder auch privatwirtschaftliche Träger.

Konzept und Ausrichtung

Jeder Kindergarten hat ein eigenes Konzept, in dem z. B. festgehalten wird, nach welchem Modell die Eingewöhnung gemacht wird. Aber auch andere Dinge, wie die pädagogische Ausrichtung (z. B. Montessori-, Wal­dorf-, Wald- oder Integrationskindergärten) und die Grundsätze der Bildungs- und Erziehungsarbeit werden dort festgehalten.

Kosten

Nicht alle Kindergärten kosten gleich viel. Die Gebühren für die Betreuung können je nach Einrichtung variieren. Auch die wöchentliche Betreuungszeit des Kindes und das Einkommen der Eltern kann eine Rolle spielen. Je höher das Einkommen ist, umso höher sind oft auch die Gebühren. Hat eine Familie mehrere Kinder in einer Ein­richtung, so gibt es oftmals eine Ermäßigung für die Ge­schwister. Meist kommen neben den Kosten für die Be­treuungszeit noch Essens- und Spielgeld hinzu.

Sie können sich bei der Einrichtung nach der Gebührenordnung erkundigen. Und auch darüber, welche Ermäßi­gungen es gibt. Die Gebührenordnung ist in der Regel auch online abrufbar.

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Die Kosten für die Kinderbetreuung sind steuerlich absetzbar.

Passende Öffnungszeiten

Im Idealfall finden Sie einen Kindergarten, dessen Öff­nungszeiten gut zu Ihren Arbeitszeiten oder Ihrem Fa­milienalltag passen. Planen Sie dafür auch Ihre Arbeits­wege mit ein.

Kindergärten haben zudem unterschiedlich viele Schließtage. Dazu zählen Ferien und auch einzelne Kon­zeptionstage. Das muss bei Ihrer Urlaubsplanung nun eine Rolle spielen.

Aufgaben der Eltern

Die Erwartungen daran, welche Aufgaben die Eltern erledigen müssen, sind unterschiedlich. Bei vielen Kinder­gärten werden keine speziellen Anforderungen an Eltern gestellt. Aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich, wenn Eltern z. B. ab und zu etwas zum Büfett bei Festen beisteuern oder für den Kindergeburtstag des eigenen Kindes einen Kuchen mitbringen.

Bei manchen privat organisierten Trägern wie z. B. Eltern­initiativen gibt es jedoch meist regelmäßige Verpflichtun­gen für die Eltern. Das kann Putzen, Wäschewaschen oder Essenkochen bzw. -vorbereiten sein.

Sie sollten deshalb im Vorfeld überlegen, wie viel Zeit Sie in die Mitarbeit im Kindergarten investieren möch­ten und können.

Wohnortnähe

Um sich lange Wege zu ersparen, ist ein Kindergarten in Wohnortnähe ein Glückstreffer. Auch für die Kinder ist das schön, weil sie dort wahrscheinlich viele neue Freun­dinnen und Freunde aus der Nachbarschaft kennenlernen. Diese sind dann am Nachmittag oder am Wochenende leichter erreichbar.

Was gibt es bei der Anmeldung im Kindergarten zu beachten?

Gerade in Ballungsgebieten haben Sie nicht immer die freie Wahl, welchen Kindergarten Ihr Kind besuchen soll. Sie können zwar Ihre Favoriten angeben, haben aber keine Platzgarantie.

An manchen Orten gibt es zentrale Anmeldeverfahren, oft sind das Onlineportale. Diese werden von der Stadt oder dem Landkreis, in dem Sie wohnen, verwaltet. Dort können dann mehrere Wünsche angegeben werden.

Folgende Fragen sollten Sie vor der Anmeldung klären:

  • Wie findet die Anmeldung für den Kindergarten statt?
  • Wie werden die Plätze vergeben?
  • Wann muss die Anmeldung für den Kindergarten erfolgen?
  • Welche Unterlagen brauchen Sie für die Anmeldung?
  • Gibt es einen "Tag der offenen Tür", an dem Sie die Kindergärten in Ihrer Umgebung anschauen können?

Informationen erhalten Sie meistens di­rekt auf den Webseiten der Kindergärten.

Was kann ich tun, wenn ich keinen Platz bekommen habe?

Informieren Sie das für Sie zu­ständige Jugendamt fristgerecht (mindestens 3 Monate vor dem gewünschten Betreuungsbeginn) schriftlich über Ihren Betreuungs­bedarf. Denn dort müssen Sie den Anspruch auf einen Betreuungs­platz für Ihr Kind geltend machen. Nach den relevanten Vorschriften des Sozialgesetzbuchs – Achtes Buch (SGB VIII) hat jedes Kind bis zur Einschulung einen Rechtsan­spruch auf einen Betreuungsplatz. Das Jugendamt ist verpflichtet, einen geeigneten Betreuungsplatz für Ihr Kind zu vermitteln.

Das Jugendamt

An das Jugendamt können sich Kinder, Jugendliche, junge Er­wachsene, Eltern und andere Er­ziehungsberechtigte mit ihren Fra­gen und bei Problemen wenden. Das Jugendamt bietet eine Viel­zahl von Angeboten und Diens­ten. Sie bekommen dort auch Informationen über Erziehungs­themen und Unterstützung bei Erziehungsfragen. Die Mitarbei­terinnen und Mitarbeiter beraten z. B. bei Trennung und Scheidung und helfen bei der Suche nach Kinderbetreuungsplätzen.

Jede Stadt und jeder Landkreis hat ein eigenes Jugendamt.

Was ist für Ihr Kind wichtig?

Für Kinder soll die Zeit im Kindergarten vor allem Spaß machen. Im Kindergarten lernen Kinder, miteinander zu spielen, zu teilen und Konflikte zu lösen. Sie knüpfen Freundschaften und entwickeln soziale Fähigkeiten, die für ihr weiteres Leben von Bedeutung sind. Ein liebevolles und unterstützendes Umfeld ist dafür entscheidend. Kinder sollten sich sicher und geborgen fühlen, um opti­mal zu lernen und zu wachsen.

Nette Betreuerinnen und Betreuer

Das Wichtigste in einem Kindergarten ist die persönliche Betreuung. Kinder verbringen mehrere Stunden ohne die eigenen Eltern im Kindergarten. Dabei sind liebe Erzieherinnen und Erzieher, Kinderpflegerinnen und Kinder­pfleger wichtig, die sich gut um die Kinder kümmern.

Diese widmen sich jedem einzelnen Kind mit der nötigen Aufmerksamkeit und gehen auf die persönlichen Be­dürfnisse ein. Wichtig hierfür kann auch der Betreuungs­schlüssel sein. Dieser legt fest, wie viele Kinder von einer Fachkraft betreut werden.

Ausreichend Platz

Im Kindergarten sollte ausreichend Platz zum Spielen, Rennen und Toben sein, und zwar drinnen und draußen. Darüber hinaus sollte es in den Gruppenräumen auch Möglichkeiten zum Rückzug, Ausruhen und Kuscheln geben. Wenn ein Kindergarten keinen Garten hat, sollte ein Park oder Spielplatz in der Nähe sein, der mehrmals in der Woche aufgesucht wird.

Viele Anregungen

Kindergartenkinder sind extrem wissbegierig und offen für alle Anregungen. Deshalb ist ein altersgemäßes Pro­gramm wichtig. So sollte es im Tagesablauf verschiedene Aktivitäten geben, die der Entwicklung der Kinder ent­sprechen. Manche Kindergärten veranstalten z. B. Motto­wochen. Hier lernen die Kinder spielerisch etwas über die Natur, bestimmte Lebensmittel, Länder oder Tiere.

Aber auch freie Spielzeit, das sogenannte Freispiel, ist wichtig. Hier können die Kinder ihre eigenen Ideen ent­wickeln. In dieser Zeit werden die Kinder nicht angeleitet. Sie suchen sich alleine aus, was, wo und mit wem sie spielen. Die Erzieherinnen und Erzieher unterstützen und begleiten bei Bedarf.

Der Tagesablauf

In den meisten Einrichtungen gibt es einen relativ festen Tagesablauf. Diese Vorhersehbarkeit gibt den Kindern Sicherheit und auch Planbarkeit. Nach dem Ankommen versammeln sich alle Kinder im Stuhlkreis, dem „Morgen­kreis“. Hier wird erzählt, zusammen gesungen oder ein bestimmtes Thema besprochen. Danach gibt es z. B. eine Brotzeit, Freispielzeit, ein Spiel- und Bastelangebot oder es wird im Turnraum getanzt oder Gymnastik gemacht. In anderen Kindergärten gibt es zu Beginn ein offenes Früh­stück, danach startet der Tag mit dem Morgenkreis.

Zumindest im Sommer ist auch vormittags häufig Zeit ein­geplant, um draußen zu spielen. Mittags wird zusammen gegessen. In manchen Einrichtungen können sich die Kin­der danach etwas ausruhen, die jüngeren Kinder vielleicht sogar noch etwas schlafen. Später wird wieder drinnen oder draußen gespielt. Am Nachmittag ist oft noch mal eine kleine Brotzeitpause eingeplant.

Sieben Kinder sitzen in der Kita an einem Tisch bei der Pause und Essen und Trinken Saft und Obst

Gemeinsames Essen

In manchen Einrichtungen wird selbst gekocht, in anderen bringt ein Cateringservice das Mittagessen. Im Idealfall ist das Essen abwechslungsreich und gesund. Das gemeinsame Essen ist eine wichtige Erfahrung. Dafür übernehmen die Kinder schon kleinere Aufgaben wie Besteck-, Teller- oder Abräumdienst. So wird die Selbstständigkeit gefördert.

Auch beim Essen lernen die Kinder, dass es bestimmte Regeln gibt. Vor dem Essen werden die Hände gewa­schen. Oft gibt es am Tisch vor dem Essen einen gemein­samen Tischspruch. Zudem soll mit vollem Mund nicht gesprochen werden und auch erst getrunken werden, wenn der Mund leer ist.

Am Vor- und Nachmittag gibt es meist auch noch eine klei­ne Brotzeitpause. Ob das Essen dafür von der Einrichtung gestellt wird oder ob Sie Ihrem Kind eine Brotzeit mitge­ben müssen, ist je nach Kindergarten unterschiedlich.

In der Gruppe essen Kinder oftmals Lebensmittel, die zu Hause abgelehnt werden.