Elternbrief Nr. 9

2 Ich brau che gerade mehr Sicherheit ! natürlich auch eine „Vater-Kind- Symbiose“ sein kann, wenn der Vater die Hauptbezugsperson ist. Diese Verschmolzenheit mit der Mutter und /oder dem Vater ist nun zu Ende. Das ist einerseits sehr schön: Ihr Kind genießt es, eigenständig zu sein, seine eigenen Entdeckun- gen zu machen, immer mehr zu können und zu erleben. Anderer- seits hat Ihr Kind aber besonders große Verlustängste . Denn die Eigenständigkeit macht Angst. Ihr Kind muss sich immer wie- der rückversichern, nachgucken, ob Sie noch da sind. Es zeigt sich insgesamt sehr anhänglich und ängstlich. Für Eltern ist diese Entwick- lung oft nicht zu verstehen. Sie ha- ben das Gefühl, dass ihr Kind sich zurückentwickelt . Aus dem muti- gen, entdeckungsfreudigen Kind ist plötzlich ein kleiner Angsthase geworden. Sie reagieren vielleicht sogar genervt. Haben Sie Geduld. Wenn ein Kind die Aufmerksam- keit, die es jetzt braucht, nicht be- kommt, kann es mit Trotz reagie- ren. Damit schafft es ja auch in al- ler Regel, von seinen Eltern be- achtet zu werden, dann allerdings eher im negativen Sinne, indem es zurechtgewiesen wird. Geben Sie Ihrem Kind also die Sicherheit, die es braucht, nehmen Sie es auf den Schoß, trösten Sie es. Diese Wiederan- näherungsphase , wie sie in der Psychologie benannt wird, ist ein wichtiger Schritt, damit Ihr Kind mit Vertrauen in Sie und in die Welt ganz allgemein groß werden kann. Um den 18. Lebensmonat herum treten Kinder in diese Pha- se ein, sie gehört zur ganz norma- len psychischen Entwicklung. Und die gute Nachricht: In einem hal- ben Jahr etwa ist die Wiederannä- herungsphase vorbei und Ihr Kind wird sich wieder mutig in neue Abenteuer stürzen. © StockSnap / Pixabay.com

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