Elternbrief Nr. 5

4 Elternzeit und/oder Beruf Ihr Kind wächst und gedeiht, wird mit jedem Tag selbststän diger, und Sie tragen sich mit dem Gedanken, wie Sie – jetzt oder später – Kindererziehung und Beruf unter einen Hut be kommen. Immer mehr Eltern teilen sich heute die Betreuung ihres Kleinkindes, sodass jeder von beiden den Kontakt zum Berufsleben behalten kann. Wenn Sie als Mutter seit der Geburt Ihres Kindes Elterngeld beziehen und Ihr Partner sich ent schließt, nun seinerseits Eltern- geld in Anspruch zu nehmen, werden sich Ihre Rollen ein zwe tes Mal verändern. Das ist für vie le Frauen nicht ganz einfach, be sonders wenn sie zu diesem Zeitpunkt wieder in ihren Beruf zurückkehren und dem Vater da heim das Feld überlassen. Jetzt heißt es loslassen. - i- - - - Vertrauen Sie einander. Erwarten Sie nicht, dass Ihr Partner den Haushalt genauso führen wird, wie Sie das bisher ge macht haben. Auch sein Umgang mit dem Kind wird vielleicht an ders sein. Treffen Sie rechtzeitig - - klare Absprachen , aber seien Sie sparsam mit Kritik . Manche Frau en, deren Partner als Familien väter zu Hause sind, „über-funk tionieren“. Sie versuchen, nach einem langen Arbeitstag auch noch einen Großteil der Hausar beit zu stemmen und sich zugleich auch intensiv ihrem Kind zu wid men. Überfordern Sie sich nicht! Geben Sie Ihrem Partner eine Chance. Vielleicht ist er wirklich nicht so gut organisiert wie Sie es sind, aber das heißt ja nicht, dass Ihr Kind deswegen nicht gut be treut wird. Die Betreuung durch den Vater läuft vielleicht nur an ders . Das ist auch gut so, schließ lich sind Sie und Ihr Partner zwei verschiedene Personen, die unter schiedlich an die Dinge herange hen. Auch für Sie beide kann der Rollentausch in der Elternzeit ein Gewinn sein. Sie lernen viel über den Alltag des anderen, und Ihr Kind hat die Chance, mit seinem Vater viel intensiver als bisher zusammen zu sein. - - - - - - - - - - © StockSnap / Pixabay.com

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