Elternbrief Nr. 38

2 ten Tag. Kann man das wieder ge- radebiegen? Sollte man sich bei seinem Kind entschuldigen? Ver- liert es nicht den Respekt vor sei- nen Eltern, wenn sie zugeben, dass sie etwas falsch gemacht ha- ben? Wenn Sie Ihrem Kind gegen- über ungerecht waren oder wenn Sie es angeschrien haben, dann sollten Sie sich auf jeden Fall da- für entschuldigen . Seinen Fehler einzusehen und zu versuchen, ihn wiedergutzumachen, ist kein Zei- chen von Schwäche, im Gegen- teil. Es gehört sogar eine Menge Mut dazu, zu seinem Kind zu sa- gen: „Es tut mir leid. Es soll nicht wieder vorkommen. Bitte verzeih mir.“ Wichtig ist natürlich, dass Sie Ihre Entschuldigung ehrlich meinen. Noch wichtiger aber ist, dass Sie versuchen, es künftig an- ders zu machen. Immer wieder passiert es El- tern, dass ihnen „die Hand aus- rutscht“. Das ist aber eine erzie- herische Bankrotterklärung und kann durch eine Entschuldigung kaum wieder gutgemacht werden. Besser ist es zu erkennen, war- um man sich so hilf- und sprach- los fühlt. Auf jeden Fall sollten Sie versuchen, das eigene Verhal- ten zu ändern und nicht mehr zu- zuschlagen. Lernen Sie aus Ihren Fehlern. Überlegen Sie, woran es gelegen hat, dass Sie so und nicht anders reagiert haben. Sind Sie mit der Erziehung möglicherweise überfordert? Gibt es Probleme in Ihrer Partnerschaft, die Sie be- sonders belasten? Haben Sie be- rufliche Schwierigkeiten, finanziel- le Sorgen? Oder ist die Beziehung zu Ihrem Kind so schwierig, dass sein Verhalten Sie immer wieder zur Weißglut bringt? Wenn das so ist, suchen Sie sich Hilfe. Wie immer Ihr Prob- lem aussehen mag, es gibt Men- schen, die Ihnen weiterhelfen kön- nen: bei der Erziehungs-, Famili- en- oder auch Schuldnerberatung. Nutzen Sie die kostenlosen Hilfs- angebote des Staates, der Kir- chen oder Wohlfahrtsverbände. Schlagen oder ohrfeigen Sie Ihr Kind niemals! © Ulrike Mai / Pixabay.com

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