31. Elternbrief Erziehungsratgeber Bayerisches Landesjugenda

2 Wenn Sie ein Handy für not- wendig halten und Ihr Kind reif genug ist, die Verantwortung für ein eigenes Gerät zu überneh- men, werden Sie ihm nicht irgend- ein Gerät in die Hand drücken wollen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind das Telefon leicht bedienen kann und es zu seinen Bedürfnis- sen passt. Am besten informieren Sie sich durch Produkttests oder fragen andere Eltern nach deren Empfehlungen. Eine weitere Überlegung ist, ob Sie für Ihr Kind ein Vertrags- oder ein Prepaid-Handy anschaf- fen wollen. Die meisten Mobil- funkbetreiber bieten einen Kin- der- oder Partnertarif an. Das bedeutet meist eine relativ ge- ringe Grundgebühr und ein be- stimmtes Limit für Telefonate und mobile Daten. Wird dieses Limit überschritten, kann es teuer wer- den. Erkundigen Sie sich deshalb genau! Ein Prepaid-Tarif ist für acht- bis neunjährige Kinder noch zu kompliziert. Sie können mit ei- nem monatlich festgelegten Be- trag noch nicht richtig umgehen. Er ist womöglich genau dann auf gebraucht, wenn Ihr Kind Sie drin- gend anrufen möchte. Besser ist es, einen Tarif mit möglichst güns- tiger Flatrate für Telefonate und die mobile Datennutzung zu wäh- len, so dass Ihr Kind Sie auch wirk- lich immer erreichen kann, wenn es nötig ist. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind Nutzungsregeln und Han- dypausen: So sollte das Gerät im Unterricht auf jeden Fall ausge- schaltet werden, ebenso am Es- senstisch, bei den Hausaufgaben und kurz vor dem Schlafengehen. Gehen Sie dabei mit gutem Bei- spiel voran und kontrollieren Sie Ihre eigene Nutzungsdauer. Die Einrichtung einer „Handygarage“, in der alle Smartphones der Fami- lie für eine bestimmte Zeit „ge- Eigentlich brauchen Grundschulkinder noch kein eigenes Smartphone. Sie sind noch sehr eng an den Eltern dran und haben einen überschaubaren Aktionsradius: Zuhause, Schule, Spielplatz, Spielstraße oder Hof, Großeltern oder beste Freundin. Die meiste Zeit wissen Sie genau, wo sich Ihr Kind aufhält. Doch natürlich gibt es auch Ausnahmen: Wenn Ihr Kind zum Beispiel einen langen Schulweg hat und Sie eher ängstlich sind, dann ist die Anschaffung eines Smartphones durchaus überlegenswert. Brauchen Kinder ein Handy? Seien Sie ein gutes Vorbild, was die eigene Nutzungsdauer angeht.

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