Krippenleitfaden_Web_2019

Insbesondere zwischen dem 7. und 18. Lebensmonat zeigen ei- nige Kinder das sog. „Fremdeln“. Das Kind kann dann nur durch den Körperkontakt zur Hauptbindungsperson (meist Mutter oder Vater) be- ruhigt werden. Den Kindern fällt vielfach der Übergang von der Familie in die au- ßerfamiliäre Betreuung schwer. Die Umstellung wird durch eine behut- same Vorbereitung ( z. B. durch Schnuppertage) und eine meist längere, fachlich fundierte Eingewöhnungsphase gemeistert. Den Bedürfnissen mancher Kinder können aber möglicherweise familiennahe Betreuungsformen besser gerecht werden, als dies in grö- ßeren Gruppen in der Kinderkrippe oder in altersgemischten Einrichtun- gen möglich ist. Grundsätzlich stellt außerfamiliäre Betreuung immer eine Ergänzung der elterlichen Betreuung dar, denn das Kind entwickelt zu der Person die primäre Bindung, die sich am meisten um es kümmert. Jede Betreuung durch nicht vertraute Personen bedarf daher einer indi- viduellen Eingewöhnung. Allgemeine Kriterien für Ihre Entscheidung, Ihr Kind in der Krippe oder Tagespflege betreuen zu lassen: • Ihr Kind ist durch kurzzeitige Trennungssituationen nicht auffallend gestresst. • Ihr Kind verhält sich im Umgang mit anderen Kindern aufgeschlossen und offen ( z. B. auf dem Spielplatz). • Ihr Kind ist den Umgang mit anderen Kindern gewöhnt (z. B. Ge- schwisterkinder, Mutter-Kind-Gruppen). • Ihr Kind kann sich auf neue Situationen einstellen ( z. B. verhält sich neugierig, orientiert sich an anderen Kindern). • Bei Ihnen als Eltern besteht die Bereitschaft, sich zeitweise von Ihrem Kind zu trennen, es in dieser Zeit in die Obhut einer anderen ihm ver- trauten Person zu geben. • Sie haben eine positive Einstellung gegenüber außerfamiliärer Tages- betreuung. 2

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