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Wenn ein Elternteil bevorzugt wird
Viele Eltern kennen das: Zeitweise ist ein Elternteil "doof" und der andere "cool" oder umgekehrt. Manchmal gibt es Themen, die entweder nur mit der Mutter oder mit dem Vater besprochen werden können.
Vielleicht haben Sie deshalb zeitweise das Gefühl, dass Ihre Partnerin oder Ihr Partner bei Ihrem Kind besser ankommt. Das ist völlig normal und kommt in vielen Familien vor.
Denn oft gibt es in Familien bestimmte Rollen. Ein Elternteil ist bei manchen Themen strenger, der andere lockerer. Kinder merken das und suchen sich oft den Elternteil als aktuellen Favoriten aus, bei dem sie weniger Grenzen erleben.
Treten Sie als Eltern nicht in einen Konkurrenzkampf. Sie beide sind wichtige Bezugspersonen für Ihr Kind.
Wichtig: Gemeinsam an einem Strang ziehen
Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrer Partnerin oder Ihre Partner über die gemeinsame Haltung zur Erziehung. Legen Sie klare Regeln fest und passen Sie diese immer wieder dem Alter Ihres Kindes an. Aber handeln Sie bei bestimmten Themen auch Vereinbarungen mit Ihrem Kind aus: Wann werden die Hausaufgaben gemacht? Wann ist Schlafenszeit? Wer übernimmt welche Aufgaben im Haushalt? Wie lange dürfen Medien genutzt werden? Was ist bei der Ernährung wichtig?
Beide Elternteile kümmern sich dann um die Umsetzung. Ihr Kind sollte klar Bescheid wissen, was erlaubt ist und was nicht. Und welche Folgen es hat, wenn Regeln nicht eingehalten werden.
Wenn Sie mit einer Konsequenz nicht einverstanden sind, besprechen Sie das zuerst allein mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner und nicht vor Ihrem Kind. Heben Sie keine Konsequenz auf, die der andere Elternteil ausgesprochen hat.
Sie als Eltern sind ein Team. Lassen Sie sich nicht gegeneinander ausspielen.
Den Blick auf die Partnerschaft richten
Manchmal sind die Rollen in der Familie sehr festgefahren und die Paarbeziehung leidet darunter. Dann hilft es, einmal darüber nachzudenken: Gehen Sie respektvoll miteinander um? Haben Sie das Gefühl, als Team gut zu funktionieren? Wenn es hier größere Schwierigkeiten gibt, spürt das auch Ihr Kind.
In solchen Zeiten ist es verständlich, dass Sie Nähe und Zuspruch suchen. Versuchen Sie aber, diese Unterstützung bei Freundinnen und Freunden zu finden und nicht bei Ihrem Kind. Wenn Eltern sich häufig vom Kind trösten lassen oder sich dort aussprechen wollen, wird das Kind schnell zur Hauptquelle emotionaler Unterstützung. Das ist für Kinder belastend, weil sie eigentlich Geborgenheit und Sicherheit von den eigenen Eltern erwarten.
Außerdem wird es dem anderen Elternteil schwerer gemacht, eine eigene gute Beziehung zum Kind zu halten. Wenn Sie merken, dass Sie als Paar oder als Familie nicht weiterkommen, holen Sie sich Unterstützung.
Erziehungsberatungsstellen, Familienstützpunkte oder Ehe- und Familienberatungsstellen bieten kostenlose und vertrauliche Hilfe an.