Hauptinhalt

Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo

Beitrag aus:
Elternbrief 24
11-12 Jahre

Wenn Sie sich eine Gruppe gleichaltriger Kinder anschauen, fällt schnell auf, wie unterschiedlich Kinder sich in diesem Alter entwickeln: Manche wirken noch sehr kindlich, andere sind schon deutlich größer als Gleichaltrige. Erste Veränderungen wie Bartansätze oder das Brustwachstum können bei allen Kindern in ganz unterschiedlichem Tempo auftreten.

Auch die emotionale Entwicklung verläuft sehr individuell. Während manche Kinder noch gerne spielen, orientieren sich andere vielleicht schon an älteren Freundinnen, Freunden oder Geschwistern und interessieren sich für eine bestimmte Musik, Mode oder neue Trends.

Solche Unterschiede können bei Eltern Fragen aufwerfen wie: "Ist mein Kind zu langsam?" oder "Ist mein Kind schon weiter als andere?" Dabei sind gerade in diesem Lebensabschnitt die Unterschiede zwischen den Kindern völlig normal und oft besonders groß.

Ein Mädchen und ein Jugen sitzen zusammen am Kieselstrand

Körper und Seele sind nicht immer im Einklang

Es ist wichtig zu wissen, dass körperliche Entwicklung nicht automatisch bedeutet, auch emotional oder geistig schon reifer zu sein. Ein Kind, das äußerlich weit entwickelt ist, kann sich innerlich weiterhin kindlich fühlen. Oft denken andere, dass diese Kinder schon erwachsener sind, als sie wirklich sind, und erwarten zu viel von ihnen.
Das kann die Kinder verunsichern. Besonders größere oder kräftigere Kinder werden manchmal überschätzt, obwohl sie im Kopf noch genauso kindlich sind wie andere.

Wenn mit 13 oder 14 Jahren noch typische Pubertätszeichen (z. B. Intimbehaarung) fehlen, dann lassen Sie eine Hormonstörung ärztlich abklären.

Wie können Sie als Eltern unterstützen?

  • Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass es genau richtig ist, so, wie es ist. Unabhängig davon, wie schnell oder langsam sich Veränderungen zeigen.
  • Wenn Ihr Kind Kummer hat, weil es sich "zu früh" oder "zu spät" entwickelt, trösten Sie es und teilen Sie gern auch Ihre eigenen Erfahrungen. Das kann Mut machen.
  • Sprechen Sie altersgerecht über körperliche Entwicklungen und vermeiden Sie es, diese vor anderen öffentlich zu kommentieren. Das ist für viele Kinder sehr unangenehm.
  • Behandeln Sie Ihr Kind entsprechend seines Alters und seiner tatsächlichen Reife und nicht nach dem äußeren Eindruck. So verhindern Sie eine Über- oder Unterforderung.