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Freundschaften

Beitrag aus:
Elternbrief 24
11-12 Jahre

Jetzt sind Freundschaften für Ihr Kind besonders wichtig. Es kann sich immer besser in andere hineinversetzen, verschiedene Sichtweisen verstehen und lernt, Kompromisse einzugehen.
Freundschaft bedeutet nicht mehr nur, zusammen Spaß zu haben. Es geht jetzt auch um echte Gefühle, Vertrauen und das Teilen von Geheimnissen. Die beste Freundin oder der beste Freund kann zum wichtigsten Menschen außerhalb der Familie werden. Kinder tauschen sich aus, helfen einander und erleben schöne, aber auch schwierige Momente zusammen.

Enge Bindungen und starke Gefühle

Viele Mädchen haben sehr enge Freundschaften, in denen für andere Personen kaum Platz ist. Eifersucht und die Angst, die beste Freundin zu verlieren, können stark sein. Gleichzeitig gibt es auch Mädchen, die enge Zweierbeziehungen weniger bevorzugen.

Auch Jungen erleben intensive Freundschaften, aber ihnen ist es meist wichtiger, ihren Platz in einer Gruppe zu finden. Natürlich sind auch bei ihnen Gefühle wie Enttäuschung, Wut oder Traurigkeit nach einem Streit ganz normal.

Mit wem Ihr Kind befreundet sein möchte und wie viele Freundinnen und Freunde es hat, entscheidet es ganz alleine.

Wenn Ihr Kind wegen eines Streits mit einer Freundin oder einem Freund Kummer hat, nehmen Sie diese Gefühle ernst. Hören Sie zu, trösten Sie und fragen Sie behutsam nach, was genau passiert ist. Wenn Ihr Kind das möchte, ermutigen Sie es, den Kontakt wiederherzustellen, oder bieten Sie an, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Mit Beginn der Pubertät verändern sich oft die Freundschaften. Die Gruppe der Gleichaltrigen wird wichtiger, die engen Zweierfreundschaften lockern sich. Offenheit, Unabhängigkeit und neue Kontakte können nun in den Vordergrund rücken. Auch bisher eher zurückhaltende Kinder finden nun möglicherweise leichter Anschluss.

Zwei Mädchen springen in die Luft und haben Spass

Was tun, wenn das Kind keine Freundschaften schließt?

Nicht jedes Kind hat eine beste Freundin oder einen besten Freund. Das kann für Ihr Kind sehr schmerzhaft sein und auch Sie als Eltern beschäftigen. Wichtig ist, dass Sie die Gefühle Ihres Kindes ernst nehmen und es unterstützen, ohne Druck auszuüben.

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was eine gute Freundschaft ausmacht: zuzuhören, ehrlich zu sein, gemeinsam zu lachen, aber auch Kompromisse einzugehen.

Überlegen Sie, wie der erste Schritt zur Kontaktaufnahme aussehen könnte. Wenn Sie abgelegen wohnen und die Klassenkameradinnen und -kameraden weiter weg sind, überlegen Sie gemeinsam, wie Ihr Kind trotzdem Anschluss finden kann. Ermutigen Sie es, andere einzuladen oder an Aktivitäten teilzunehmen, z. B. indem es sich einer Jugendgruppe anschließt. Setzen Sie Ihr Kind aber nicht unter Druck, wenn es sich dabei unwohl fühlt.

Schauen Sie auch auf Ihre eigene Haltung: Haben Sie selbst einen Freundeskreis, den Sie regelmäßig treffen? Oder unternehmen Sie lieber etwas alleine oder mit der Familie? Zeigen Sie, wie wichtig Ihnen Kontakte und Austausch sind. Ihr Kind orientiert sich oft an Ihrem Verhalten.