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Regeln, Grenzen und Konsequenzen

Beitrag aus:
Elternbrief 23
10-11 Jahre

Klare Regeln und Grenzen helfen Kindern dabei, sich sicher zu fühlen und sich orientieren zu können. Gleichzeitig sind sie in einer Lebensphase, in der sie vieles ausprobieren und ihre Selbstständigkeit entdecken wollen. Grenzen auszutesten, gehört dabei ganz natürlich dazu.

Regeln müssen verständlich sein

Damit Regeln Orientierung geben können, müssen sie verständlich und nachvollziehbar sein und für alle in der Familie gelten. Es hilft, wenn Kinder verstehen, warum es bestimmte Regeln gibt und welche Werte dahinterstehen.

Regeln und Grenzen geben Ihrem Kind Sicherheit, Orientierung und Halt. Sie helfen dabei, den Alltag zu strukturieren, und zeigen, was im Zusammenleben in der Familie und mit anderen Menschen wichtig ist. Gerade in der Pubertät testen Kinder aus, wie weit sie gehen können, und probieren neue Verhaltensweisen aus. Das ist ein wichtiger Teil der Entwicklung. Trotzdem brauchen sie weiterhin klare Ansagen, worauf es ankommt besonders bei Themen wie Mediennutzung, Hausaufgaben, Schlafenszeiten oder dem Umgang mit anderen.

Verlässlichkeit ist wichtig und schafft Klarheit. Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln, die dann auch gelten.

Vielleicht haben Sie ein Kind, das gerne über alles diskutieren möchte? Wenn jede Regel immer wieder neu verhandelt wird, kann das Familienleben anstrengend werden. Lassen Sie sich ruhig mal auf die Argumente Ihres Kindes ein, aber machen Sie auch klar, bei welchen Themen es keine Diskussion gibt. Zum Beispiel können Verlässlichkeit ist wichtig und schafft Klarheit. Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln, die dann auch gelten.

Sie sagen: "Das entscheiden wir als Eltern, weil es um deine Sicherheit geht." Bei anderen Themen ist es gut, gemeinsam mit Ihrem Kind über Regeln zu sprechen und Absprachen zu treffen. Wenn Ihr Kind mitbestimmt hat, fällt es ihm vielleicht auch leichter, sich an bestimmte Abmachungen zu halten.

Erklären Sie Ihrem Kind, dass Privatsphäre wichtig ist und sein Rückzugsort und seine persönlichen Dinge geschützt sind. Gleichzeitig gilt: Privatsphäre bedeutet nicht, dass Regeln außer Kraft gesetzt werden. Auch Rückzugsorte sind Teil des familiären Zusammenlebens. Sie können zum Beispiel vereinbaren, dass Ihr Kind in seinem Zimmer ungestört sein darf, aber zu festen Zeiten gemeinsam gegessen wird oder wichtige Dinge besprochen werden.

Wenn Regeln nicht eingehalten werden, sollten die Folgen klar, passend und für alle verständlich sein. Konsequenzen sollten immer mit dem jeweiligen Verhalten zu tun haben und auch umgesetzt werden. Wenn also die abgesprochene Medienzeit immer wieder überzogen wird, dann könnte sie gekürzt werden.

Absolute Verbote oder plötzliche strenge Einschränkungen sind selten hilfreich. Sie können willkürlich wirken und führen oft zu Widerstand, aber nicht zu Einsicht.

Wenn Ihr Kind immer wieder Grenzen austestet und sich nicht an Absprachen hält, können Sie sich bei einer Erziehungsberatungsstelle, einem Familienstützpunkt oder bei Fachkräften der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) beraten lassen.