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Die Suche nach dem eigenen Platz

Beitrag aus:
Elternbrief 23
10-11 Jahre

In dieser Entwicklungsphase verändert sich für Ihr Kind vieles. Oft wissen Kinder in diesem Alter selbst nicht so genau, wo sie dazugehören. Der Wechsel auf eine neue Schule, neue Freundschaften oder körperliche Veränderungen können zusätzlich verunsichern.

Wertschätzung stärkt das Selbstbewusstsein

Kinder erleben, dass ihnen Vertrautes plötzlich fremd erscheinen kann. Sie sind auf der Suche nach ihrem eigenen Platz innerhalb der neuen Gemeinschaft. Sie möchten dazugehören und müssen gleichzeitig herausfinden, wer sie selbst eigentlich sind. Häufig wissen Kinder in diesem Alter noch nicht so genau, wo sie sich zugehörig fühlen.

Die eigenen Interessen und Werte beginnen sich zu verändern, oft schwanken sie zwischen alten und neuen
Freundschaften, zwischen Kindsein und dem Wunsch nach mehr Unabhängigkeit.

Der Wechsel auf eine neue Schule oder in eine neue Klasse bedeutet Abschied von vertrauten Strukturen und und Personen. Der Start an der neuen Schule ist für viele Kinder aufregend und nicht immer leicht. Ihr Kind braucht Zeit, um sich an die neue Umgebung, die Lehrkräfte und die neuen Mitschülerinnen und Mitschüler zu gewöhnen.

Jedes Kind macht das in seinem eigenen Tempo. Begleiten und unterstützen Sie Ihr Kind in dieser Zeit.

Medien im Alltag und Vergleiche mit anderen

In dieser Lebensphase spielen Medien eine immer größere Rolle. Viele Kinder haben bereits ein eigenes Smartphone. Dadurch öffnet sich ihnen eine Welt mit einer Vielzahl von Bildern, Videos und Meinungen, die oft ein scheinbar perfektes Leben zeigen. Influencerinnen und Influencer, Stars und auch Gleichaltrige setzen Trends, die den eigenen Alltag stark beeinflussen können.

Nicht nur in der Schule, sondern auch online vergleicht Ihr Kind sich nun stärker mit anderen. Die ständige Konfrontation mit scheinbar makellosen Körpern, tollen Erlebnissen und angesagten Outfits kann Unsicherheiten verstärken: "Bin ich gut genug?", "Sehe ich richtig aus?" Auch negative Kommentare oder Ausgrenzung in Gruppenchats können zu Ausgrenzungen im realen Alltag führen. Das kann u. a. das Selbstwertgefühl Ihres Kindes beeinträchtigen.

Mehr dazu lesen Sie in unseren Medienbriefen.

Maedchen mit Smartphone in der Hand sitzt zusammengekauert traurig auf dem Fußboden

Elterliche Unterstützung ist jetzt besonders wichtig

Ihr Kind braucht gerade jetzt Ihre Aufmerksamkeit, Ihr Verständnis und Ihre Geduld. Sprechen Sie offen mit ihm über Medien, über das, was es dort erlebt und sieht. Ermutigen Sie Ihr Kind, kritisch mit dem umzugehen, was es online sieht. Machen Sie deutlich, dass die meisten Bilder und Videos bearbeitet oder gestellt sind.

Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass Unsicherheiten und Fragen ganz normal sind – sowohl im echten Leben als auch in der digitalen Welt. Bieten Sie sichere Rückzugsorte, an denen Ihr Kind sich öffnen kann, ohne Angst vor Bewertung zu haben. Für Ihr Kind ist es wichtig, sich zu Hause sicher und geliebt zu fühlen. Gerade wenn sich viel verändert, ist ein liebevolles Zuhause unerlässlich.

Feste Rituale, wie gemeinsame Mahlzeiten oder ein abendliches Gespräch, geben Halt. Das ist unabhängig davon, wie die Schule läuft oder wie Ihr Kind sich verhält. Zeigen Sie ihm, dass Sie es immer lieben. Egal, was passiert.

Achten Sie darauf, auch die kleinen Erfolge Ihres Kindes zu sehen. Ehrliches Lob und Anerkennung tun gut. Loben Sie nicht nur gute Noten, sondern auch, wenn Ihr Kind sich anstrengt oder geduldig bleibt. Sie können Ihr Kind stärken, indem Sie sich wirklich für seinen Alltag, seine Gedanken und Gefühle interessieren.

Hören Sie aufmerksam zu und nehmen Sie sich Zeit für Gespräche. Ermutigen Sie Ihr Kind, Neues auszuprobieren. Ganz egal, ob es sich für Sport, Musik, Technik oder kreative Dinge interessiert.