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Miteinander ins Gespräch kommen
Natürlich reden Sie jeden Tag mit Ihrem Kind. Doch Gespräche in der Familie sind mehr als nur Absprachen oder kurze Infos, z. B. wie der Tag war oder was morgen ansteht. Wirklich miteinander zu reden, heißt, sich Zeit füreinander zu nehmen und auch über Gefühle, Gedanken und Wünsche zu sprechen.
Eine gemütliche Gesprächsatmosphäre schaffen
Oft entstehen die besten Gespräche abends, wenn Ihr Kind im Bett liegt. Jetzt ist es ruhig, der Tag klingt aus. In dieser entspannten Atmosphäre fällt es vielen Kindern leichter, über das zu sprechen, was sie beschäftigt. So erfahren Sie vielleicht Dinge, die im Alltagstrubel untergegangen wären.
Auch bei gemeinsamen Mahlzeiten lassen sich gut Gespräche führen. Kinder erzählen beim Essen oft von der Schule, von ihren Freundinnen und Freunden oder von Erlebnissen aus dem Alltag. Häufig entstehen dann ganz von selbst interessante Unterhaltungen.
Es gibt auch Spiele, die Anregungen geben für Gesprächsinhalte.
Manchmal entstehen die wichtigsten Gespräche aber auch ganz nebenbei: beim Wäscheaufhängen, beim Kochen oder wenn Sie gemeinsam unterwegs sind. Gemütliche Stunden auf dem Sofa oder ein entspannter Spaziergang bieten ebenfalls gute Gelegenheiten, miteinander ins Gespräch zu kommen. In solchen Momenten öffnen sich Kinder oft und erzählen von Sorgen, die sie beschäftigen, etwa von einer schlechten Note oder Streit mit Freundinnen oder Freunden. Hören Sie aufmerksam zu und zeigen Sie Verständnis.
Erzählen Sie auch von sich selbst. Wählen Sie dabei nur Themen, die Ihr Kind altersgerecht verarbeiten kann. Was beschäftigt Sie selbst gerade? Welche Meinung haben Sie selbst zu bestimmten Themen? Und wie denkt Ihr Kind darüber?
Reden, zuhören und sich verstehen
Wie Ihr Kind mit anderen spricht, lernt es auch von Ihnen. Sprechen Sie oft in der Familie miteinander? Gibt es Gelegenheiten für Gespräche, die länger als ein paar Minuten dauern? Reden Sie nur über den Alltag und das, was noch gemacht werden muss, oder erzählen Sie auch von sich und Ihrem Leben? Egal, mit wem Sie sprechen: Durch respektvolles Zuhören und ehrliche Worte zeigen Sie, wie man gut mit anderen umgeht.
Gespräche unter Erwachsenen
Es tut Kindern gut, zu erleben, dass Erwachsene offen und ehrlich miteinander sprechen. Sie merken so, dass Reden dabei helfen kann, Probleme zu lösen und Beziehungen zu stärken. Allerdings ist nicht alles, worüber sich Erwachsene unterhalten, für Kinderohren geeignet.
Vielleicht haben Sie sich gerade sehr über Ihre Mutter geärgert und möchten mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner darüber sprechen. Hört Ihr Kind dieses Gespräch mit, kann dies für Ihr Kind sehr aufwühlend sein. Schließlich geht es dabei um die eigene Oma.
Wenn Ihr Kind etwas hört, das es verunsichert, oder etwas, das nicht für seine Ohren bestimmt war, nehmen Sie sich Zeit, um es im Nachhinein altersgerecht zu erklären. Beruhigen Sie Ihr Kind, wenn es sich Sorgen macht.
Dinge, die Verschwiegenheit verlangen, sollten generell nicht vor den Kindern besprochen werden. Es ist wichtig, dass Kinder keine Geheimnisse für Erwachsene bewahren müssen. Wenn Sie über Themen sprechen, die vertraulich bleiben sollen, tun Sie das, wenn Ihr Kind nicht dabei ist.
Streits und ihre Wirkung auf Kinder
Wenn Sie untereinander Konflikte austragen, bedenken Sie, wie das bei Ihrem Kind ankommt. Kleinere Reibereien zwischen den Eltern gehören zum Alltag dazu. Aber größere Streitigkeiten und auch längere Grundsatzdiskussionen sollten Sie nicht vor Ihrem Kind austragen.
Wenn sich ein Streit anbahnt, vereinbaren Sie ein Signalwort oder eine Geste, um das Gespräch zu unterbrechen und es später ohne Kind fortzusetzen.
Ihr Kind orientiert sich an Ihrem Umgangston und Ihrer Art, miteinander umzugehen. Abfällige Bemerkungen über andere kann es oft schwer verarbeiten. Es kann dadurch passieren, dass Ihr Kind seinen Respekt vor den Personen verliert, über die es schlimme Wörter und abfällige Bemerkungen hört. Respektloses Verhalten gegenüber diesen Personen kann eine Folge sein.
Nehmen Sie es ernst, wenn Sie oft wütend auf Ihre Partnerin oder Ihren Partner werden. Suchen Sie Hilfe, wenn
Sie sich überfordert fühlen oder Konflikte immer wieder eskalieren. Erziehungsberatungsstellen oder Familienstützpunkte unterstützen vertraulich und helfen, Lösungen für den Familienalltag zu finden.