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Familien im Wandel

Beitrag aus:
Elternbrief 21
9-10 Jahre

Im Grundschulalter entwickeln Kinder zunehmend ihre eigene Identität und beginnen, sich stärker von ihren Eltern abzugrenzen. Plötzlich finden Kinder die eigenen Eltern peinlich. Die Eltern wiederum verstehen ihr eigenes Kind nicht mehr. Das kann zu Missverständnissen und Unsicherheiten auf beiden Seiten führen und stellt für das Familienleben eine besondere Herausforderung dar.

Wenn die Eltern auf einmal peinlich sind

Der Blick des Kindes auf die eigenen Eltern verändert sich. Dinge, die früher selbstverständlich waren, sind ihm jetzt manchmal peinlich oder wirken komisch. Vielleicht stört es sich auch daran, was Sie anziehen, wie Sie lachen oder wie Sie mit anderen reden. Das ist ganz normal, wenn Kinder älter werden. Sie wollen ihren eigenen Weg finden und orientieren sich dafür immer mehr an ihren Freundinnen und Freunden.

Wenn Ihr Kind abweisend ist oder Dinge kritisiert, ist das selten böse gemeint. Es zeigt nur, dass es eigene Vorstellungen entwickelt und mehr für sich selbst entscheiden möchte.

Es ist in Ordnung, wenn Ihr Kind Sie in der Öffentlichkeit oder vor Freundinnen oder Freunden zur Begrüßung nicht umarmen will.

Privatsphäre wird nun wichtiger

Je älter Ihr Kind wird, umso mehr Freiraum und Privatsphäre braucht es. Früher war es vielleicht normal, einfach ins Zimmer Ihres Kindes zu gehen. Jetzt kann Ihr Kind das als störend empfinden. Versuchen Sie, diese neuen Grenzen zu akzeptieren. Klopfen Sie an, bevor Sie das Zimmer betreten. Verzichten Sie auf Umarmungen in der Öffentlichkeit, wenn Ihr Kind das nicht möchte.

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie verstehen, dass es mehr Freiraum braucht, und stellen Sie ihm dafür einen sicheren Rahmen zur Verfügung. Machen Sie deutlich, dass Sie sein Bedürfnis nach Rückzug ernst nehmen.

Bleiben Sie trotzdem immer ansprechbar für Fragen und bei Problemen. Es ist manchmal nicht einfach, wenn sich das Verhältnis verändert und Ihr Kind sich mehr abgrenzt. Doch gerade dann ist es wichtig, im Gespräch zu bleiben und Verständnis für die Gefühle und Wünsche Ihres Kindes zu zeigen. So signalisieren Sie, dass Sie Ihr Kind auf dem Weg zum Erwachsenwerden unterstützen und begleiten – auch wenn das manchmal bedeutet,  neue Grenzen zu akzeptieren.

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Wenn das Kind plötzlich anders spricht

Wenn Kinder älter werden, sprechen sie oft anders. Sie benutzen neue Wörter und Sprüche, die sie aus dem Freundeskreis, dem Internet oder dem Fernsehen kennen. Für Erwachsene klingt das manchmal komisch, aber für Kinder ist das normal. Sie wollen zeigen, dass sie dazugehören und größer werden.

Für Eltern ist wichtig: Bleiben Sie möglichst gelassen, wenn Ihr Kind plötzlich anders redet. Viele Wörter gehören einfach zur Jugendsprache und sind nicht schlimm. Sprechen Sie aber mit Ihrem Kind darüber, dass manche Wörter nicht überall passend sind. Mit Freundinnen und Freunden ist Jugendsprache okay, aber bei Erwachsenen und in der Schule sollte Ihr Kind wissen, wie man anders spricht.

Lassen Sie sich von Ihrem Kind unbekannte Wörter erklären. So zeigen Sie Interesse und bleiben im Gespräch.

Reden Sie offen darüber, wenn Ihr Kind beleidigende oder verletzende Worte benutzt. Fragen Sie nach, ob es die Bedeutung dieses Wortes kennt, und erklären Sie ihm, warum solche Ausdrücke nicht in Ordnung sind.

Sie müssen nicht versuchen, selbst wie ein Teenager zu sprechen. Bleiben Sie einfach Sie selbst, hören Sie zu und zeigen Sie Interesse am Alltag Ihres Kindes. So fühlt sich Ihr Kind ernst genommen.