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Der Schulwechsel rückt näher

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Elternbrief 22
9-10 Jahre

Am Ende der Grundschulzeit nach der 4. Klasse steht ein wichtiger Schritt bevor: Ihr Kind wechselt auf eine weiterführende Schule. In Bayern gibt es 3 Hauptwege: die Mittelschule, die Realschule und das Gymnasium. Welche Schulart am besten zu Ihrem Kind passt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist vor allem der Notendurchschnitt, hinzu kommen die Interessen, Stärken und das Lernverhalten Ihres Kindes.

Das Übertrittszeugnis

Anfang Mai erhalten Kinder der 4. Klasse in Bayern statt eines Zwischenzeugnisses das Übertrittszeugnis. Dieses enthält die Noten in den drei Hauptfächern (Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht) und eine Empfehlung für die weitere Schullaufbahn. Für das Gymnasium sind die Anforderungen bei den Noten höher als für die Realschule oder die Mittelschule.

Probeunterricht

Wenn Ihr Kind die nötigen Noten für eine bestimmte Schulart knapp nicht schafft, kann es unter bestimmten Voraussetzungen am Probeunterricht der gewünschten Schule teilnehmen. Diese Prüfung dauert meist 3 Tage. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler in den Fächern Deutsch und Mathematik geprüft.

Hier sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind sowie der Lehrkraft und gegebenenfalls mit der Fachkraft für Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) wirklich gut überlegen, ob Ihr Kind dies möchte. Im Zweifelsfall kann auch die Staatliche Schulberatung bei der Entscheidung helfen.

Das Nichtbestehen kann Gefühle von Versagen, Traurigkeit oder Unsicherheit hervorrufen. Besonders, wenn das Kind sich sehr auf die gewünschte Schule gefreut hat oder sich mit seinen Freundinnen und Freunden vergleicht.

Die Entscheidung muss zu Ihrem Kind passen

Hören Sie darauf, was Ihr Kind sich wünscht, und treffen Sie die Entscheidung gemeinsam. Ein Kind kann die Folgen einer Schulwahl noch nicht abschätzen. Wichtig ist, dass Ihr Kind seinen eigenen Weg gehen kann. Auch wenn dieser anders verläuft als bei Freundinnen, Freunden oder den älteren Geschwistern.
 

Informieren Sie isch über die konkrete Schule und besuchen Sie die Tage der offenen Tür oder Elternabende.

Wenn Ihr Kind gute bis sehr gute Leistungen zeigt, gerne und ausdauernd lernt, ist das Gymnasium oft eine gute  Wahl.

Ist Ihr Kind eher praktisch veranlagt, handwerklich geschickt oder lernt lieber in kleineren Schritten, könnten die Mittelschule oder die Realschule besser passen.

Entscheidend ist, dass sich Ihr Kind in der Schule wohlfühlt und nicht dauerhaft über- oder unterfordert ist. Sprechen Sie unbedingt mit den Lehrkräften. Diese haben einen guten Überblick über die Leistungen und Stärken Ihres Kindes.

Unterstützen Sie Ihr Kind, ganz gleich, welchen Weg es einschlägt. Es gibt viele Möglichkeiten, einen passenden und erfolgreichen Bildungsweg zu finden.

Foto: Kind mit erhobenem Zeigefinger steht unter 4 Glühbirnen

Das Schulsystem ist durchlässig

Der Wechsel von der Grundschule auf eine weiterführende Schule ist ein wichtiger Schritt für jedes Kind. Aber er entscheidet nicht allein über die Zukunft oder den Lebensweg Ihres Kindes.

Falls der gewünschte Wechsel auf das Gymnasium oder die Realschule jetzt nicht klappt, gibt es später immer noch Möglichkeiten: Mit guten Noten kann Ihr Kind auch nach der 5. Klasse der Mittelschule auf eine andere Schulart wechseln. Auch später sind verschiedene Abschlüsse möglich, z. B. über den Mittlere-Reife-Zug an der Mittelschule, mit einem Wechsel von der Realschule aufs Gymnasium oder durch den Besuch von Berufs- oder Fachoberschulen.

Andersherum gilt das auch: Ist Ihr Kind auf dem Gymnasium oder der Realschule überfordert, kann es, entsprechend den Leistungen und den eigenen Bedürfnissen, in eine andere Schulart wechseln.

Ein Wechsel auf eine andere Schule kann neue Möglichkeiten eröffnen.