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Verschiedene Lerntypen

Beitrag aus:
Elternbrief 21
8-9 Jahre

Vielleicht kennen Sie das: Ihr Kind soll ein Gedicht auswendig lernen, läuft aber dabei ständig durchs Zimmer. Oder es redet beim Lernen pausenlos mit sich selbst. Das ist kein Grund zur Sorge. Vermutlich hat Ihr Kind schon ganz alleine die Lernmethode gefunden, die am besten zu ihm passt.

Denn nicht alle Kinder lernen gleich: Manche merken sich Dinge besser, wenn sie sie hören oder lesen, andere brauchen Bewegung oder das Gespräch mit anderen, um sich etwas gut merken zu können. Beobachten Sie, wie Ih Kind am liebsten lernt, und ermutigen Sie es, genau diese Methoden zu nutzen. So kann das Lernen leichter fallen und sogar Spaß machen.

Im Idealfall wird das Lernen mit positiven Gefühlen verbunden. Dann bleibt das Gelernte besser im Gedächtnis.

Loben Sie Anstrengung und Fortschritte, nicht nur Ergebnisse.

Tipps für unterschiedliche Lerntypen

Diese vorgestellten Lerntypen sind keine starren Typen, sondern vereinfachte Modelle zur besseren Verständlichkeit. Viele Menschen sind Mischtypen mit unterschiedlichen Ausprägungen.

Das Wissen um die Lerntypen kann Ihnen helfen und Anregung sein, Ihr Kind beim Lernen zu unterstützen. Finden Sie gemeinsam heraus, wie Ihr Kind am liebsten und erfolgreichsten lernt. So machen Sie das Lernen zu einer positiven Erfahrung.

Der Sehtyp

Der Sehtyp kann sich Dinge gut merken, die er liest oder sich aufschreibt. Gerade beim Abschreiben von Texten
können solche Kinder sich Wissen gut einprägen.

Lerntipp: Lassen Sie Ihr Kind wichtige Begriffe auf Zettel schreiben oder Schaubilder malen und in der Wohnung aufhängen.

Der Hörtyp

Der Hörtyp prägt sich Informationen am besten ein, wenn er sie hört. Solche Kinder können sich gut erinnern, was im Unterricht gesprochen wurde.

Lerntipp: Ermutigen Sie Ihr Kind, Lerninhalte laut zu wiederholen oder sich selbst laut Zusammenhänge zu
erklären.

Der Sprechtyp

Der Sprechtyp lernt am besten durch Gespräche und Diskussionen mit anderen. Kinder dieses Typs können ihr Wissen am besten vertiefen, wenn sie mit anderen darüber diskutieren können.

Lerntipp: Üben Sie mit Ihrem Kind in Form von Frage-Antwort-Spielen oder bilden Sie kleine Lerngruppen.

Der Bewegungstyp

Der Bewegungstyp sitzt beim Lernen nicht gerne still. Diese Kinder sollten sich, wenn sie sich etwas einprägen, bewegen dürfen. Auch praktische Beispiele und Experimente helfen beim besseren Verständnis.

Lerntipp: Bauen Sie Bewegung ins Lernen ein, z. B. indem Sie das Einmaleins beim Spazieren üben, Lernkarten in der Wohnung verstecken oder kleine Bewegungsaufgaben für jede richtige Antwort einführen.

Allgemeine Tipps fürs Lernen

  • Eselsbrücken, Reime oder Bilder können dabei helfen, sich Regeln und Inhalte leichter zu merken.
  • Wenn Ihr Kind Unterstützung braucht, bieten Sie Ihre Hilfe an. Zusammen zu lernen und über schwierige Aufgaben zu sprechen, erleichtert vieles.
  • Kurze Pausen sind wichtig, damit Ihr Kind das Gelernte verarbeiten kann und nicht überfordert wird.
  • Kleine Belohnungen motivieren. Das kann ein leckerer Snack nach den Matheaufgaben oder eine kurze Pause auf der Schaukel nach der Deutschübung sein.
  • Teilen Sie den Lernstoff gemeinsam mit Ihrem Kind in überschaubare Abschnitte auf. So wirkt die Aufgabe weniger groß und Ihr Kind bleibt motiviert.
  • Fehler sind Teil des Lernprozesses. Ermutigen Sie Ihr Kind, Fragen zu stellen, und erklären Sie, dass niemand alles sofort kann.
  • Routinen geben Sicherheit. Legen Sie gemeinsam feste Zeiten für Hausaufgaben und Lernphasen fest. Am besten zu einer Zeit, in der Ihr Kind noch gut aufnahmefähig ist.
  • Fragen Sie nach, was Ihr Kind gelernt hat, und lassen Sie sich Aufgaben erklären.
Foto: Schulkamerad erklärt einer Mitschülerin den Unterrichtsstoff

Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind ist generell überfordert und kommt nur schwer mit der Menge an Aufgaben zurecht, wenden Sie sich an die Klassenlehrkraft und fragen Sie nach.

Auch die Fachkräfte der JaS (Jugendsozialarbeit an Schulen) können bei speziellen Lernschwierigkeiten helfen, Zugang zu weiteren Unterstützungsangeboten wie Nachhilfe, Förderunterricht oder Beratungsstellen zu bekommen. Dabei ersetzt die JaS jedoch keine klassische Nachhilfe oder den Förderunterricht.